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Folgeprojekt
der Herpetofauna:
Monitoring
der Amphibien- und Reptilienarten und ihrer Lebensräume
Martin
Schlüpmann
aus
Rundbrief Nr. 16 - März 2000

Die
Inhalte des hier vorgestellten Monitoringprojektes wurden erstmalig auf
der Jahrestagung des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien im November
1999 in Mettmann von M. Schlüpmann vorgetragen. Die im Rundbrief
abgedruckte Fassung ist eine gekürzte Fassung des Vortrages.

Inhalt
Einleitung
Artenmonitoring
Probeflächenmonitoring
Monitoring
von Schutzprojekten/Lebensräumen
Danksagung

Auch
wenn wir in den nächsten Jahren noch alle Hände voll mit der
Herpetofauna zu tun haben, erscheint es wichtig sich rechtzeitig über mögliche
Folgeprojekte Gedanken zu machen und sie auf breiter Basis zu diskutieren.
Erste Gedanken und Anregungen wurden von M. Schlüpmann auf dem Jahrestreffen 1999 in Mettmann
vorgetragen. Die wissenschaftliche Grundlagenarbeit, die von den
Naturschutzverbänden kaum geleistet werden kann, soll auch weiterhin im
Mittelpunkt der Tätigkeit des Arbeitskreises stehen. Die wichtigsten
Aspekte werden hier in der gebotenen Kürze für alle Mitarbeiter des
Arbeitskreises wiedergegeben. Anregungen und Kritik bitte an M. Schlüpmann,
Hierseier Weg 18, 58119 Hagen, Email:
.
Die
Fortschreibung der Kartierung
von Nordrhein-Westfalen ist selbstverständlich. Hierin sehen wir aber
nicht den Schwerpunkt unserer Arbeit in den nächsten Jahren. Dennoch
streben wir an alle 5 Jahre die Kartierung fortzuschreiben.
Inhaltlich
das wichtigste Folgeprojekt wird ein Monitoring
der Herpetofauna sein. Hier sind verschiedene Ansätze denkbar, die
parallel in Angriff genommen werden sollen.
Ein
für den Arbeitskreis sehr zentraler Schwerpunkt soll das Monitoring
ausgewählter Arten sein. Allgemeine Kriterien für die Auswahl sind:
-
Arten
bei denen Veränderungen des Bestandes (positiv wie negativ)
angenommen werden (Arten der Roten Liste)
-
Arten
bei denen Arealveränderungen angenommen werden (z. B. Wechselkröte)
-
Arten
deren Bestandsentwicklung umstritten ist (z. B. Kreuzkröte,
Geburtshelferkröte)
-
Arten
bei denen eine finanzielle Förderung zu erwarten ist (z. B.
FFH-Anhang II-Arten: Gelbbauchunke, Kammolch).
Das
flächendeckende Monitoring kann nur bei wenigen Arten realisiert werden,
-
die
sehr selten,
-
sehr
stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 1, z. T. auch 2) sind
und/oder
-
Arten
solchen die nur eine begrenzte Verbreitung haben (z. B.
Springfrosch)
Ein
Artenmonitoring auf größeren Probeflächen ist für nahezu alle Arten
denkbar, aber wohl kaum durchführbar. Die o. g. Kriterien a-d eignen
sich aber für eine Auswahl. Für die jeweiligen Arten könnten kleinere
Arbeitsgruppen die Tätigkeiten steuern.
Im
folgenden wird eine Auswahl von Arten genannt, für die eventuell ein
solches Monitoring in Frage kommt: |
| Arten |
|
Kriterien (s. o.) |
Art des Monitorings |
| 1 |
Kammolch |
(c, d) |
Probeflächen |
| 2 |
Gelbbauchunke |
(a, b, d, e, f) |
flächendeckend |
| 3 |
Geburtshelferkröte |
(a, c, d) |
Probeflächen |
| 4 |
Knoblauchkröte |
(a, b, c) |
Probeflächen |
| 5 |
Laubfrosch |
(a, b, c, d) |
flächendeckend |
| 6 |
Wechselkröte |
(a, b, c, g, d) |
Probeflächen |
| 7 |
Kreuzkröte |
(a, c, d) |
Probeflächen |
| 8 |
Moorfrosch |
(a, b, e, f, g, d) |
flächendeckend |
| 9 |
Springfrosch |
(c, g) |
Probeflächen |
| 10 |
Grasfrosch |
(a, c) |
Probeflächen |
| 11 |
Seefrosch |
(a, b, c) |
Probeflächen |
| 12 |
Kleiner
Wasserfrosch |
(a, b, c, d) |
Probeflächen |
| 13 |
Zauneidechse |
(a, c, d) |
Probeflächen |
| 14 |
Ringelnatter |
(a, c) |
Probeflächen |
| 15 |
Schlingnatter |
(b, c, d, e) |
Probeflächen |
| 16 |
Kreuzotter |
(a, b, e, f, g) |
flächendeckend |
|
|
Um
Bestandsänderungen bei anderen Arten nicht zu versäumen, aber auch um
allen Mitarbeitern Möglichkeiten zu bieten, sich einzubringen, soll für
in ausgewählten Gebieten für alle Arten ein Monitoring durchgeführt
werden. Als Auswahlkriterien der Probeflächen dienen:
a)
Abdeckung der wichtigsten Natur- und Kulturräume
b)
Gewährleistung einer längerfristigen Betreuung durch erfahrene
Mitarbeiter oder Arbeitsgruppen
c)
Eventuelle Einbindung in bestehende oder geplante
Monitoringprojekte
Im
Folgenden eine Übersicht über die mögliche Probeflächenzahl in
Nordrhein-Westfalen. |
|
|
Größe
bis 25 km² |
Größe
100 km² |
|
|
4
|
1
|
|
Bergisches
Land
|
4
|
1
|
|
Sauer-
und Siegerland
|
4
|
1
|
|
Rothaargebirge
|
4
|
1
|
|
Weserbergland
|
4
|
1
|
|
Niederrheinische
Bucht
|
4
|
1
|
|
Niederrhein
|
4
|
1
|
|
Münsterland
|
4
|
1
|
|
Westfälisches
Tiefland |
4 |
1 |
|
|
Neben
dem Arten- und Probeflächen-Monitoring wird weiterhin ein Monitoring von
Schutzprojekten und Lebensräumen anzustreben sein, z. B.
1.
Amphibienschutzanlagen
2.
Gewässerneuanlagen
3.
Pflegemaßnahmen in Reptilien-Lebensräumen
4.
Abgrabungen (Auswahl)
Arno
Geiger
sei für seine Anregungen und Diskussionsbeiträge herzlich gedankt. |
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