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Die
Kartierung der Amphibien und Reptilien
in
Nordrhein-Westfalen
Martin
Schlüpmann
letzte
Aktualisierung: 14.01.2007

1
Allgemeines
2
Kartierungszeiträume
3
Fundpunktkartierung
3.1
Quantifizierung
3.2
Habitatangaben
3.3
Weitergehende Beobachtungen
3.4
Elektronische Speicherung und Verarbeitung der Daten
3.5
Hinweise zur Bestandsaufnahme
3.6
Erfassung weiterer biologischer Daten
3.7
Spezielle Hinweise
4
Mitarbeit
Kartierungsanleitung
von 1993 als Pdf-Datei
Aktuelle
Kartierungsanleitung (März 2005)

Die
Kartierung wird auf MTB-Quadranten-Ebene ausgewertet und dargestellt.
Daneben werden bei Bedarf aber auch Fundort- (z.B. Seefrosch) und
Randpunktkarten (z.B. Fadenmolch, Geburtshelferkröte) entworfen.
Für
die Kartierung stehen jeweils für Amphibien und Reptilien zwei
verschiedene Erfassungsbögen zur Verfügung, zum einen solche für die
Fundpunktkartierung, zum anderen solche für die Erfassung von summarischen
Daten auf Messtischblatt-Quadranten-Basis. Die Erfassungsbögen für
MTB-Quadranten und Fundorte sind weitgehend selbstklärend. Zur Orientierung
werden hier zumindest die wichtigsten Aspekte der
Erfassung erläutert. Eine kurze
Kartierungsanleitung steht zur Verfügung. Die aktuelle
Kartierungsanleitung ist als Rundbrief Nr. 27 in Form einer Pdf-Datei
(755 kB) hier verfügbar. Auch die alte Kartierungsanleitung kann hier
noch eingesehen werden (Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW 1993): Pdf-Datei
(565 kB).
Aus
dem Abschluss der ersten Kartierung in Westfalen und im Rheinland und dem
Beginn der neuen Kartierung ergeben sich folgende Zeitabschnitte:
 | vor
1981 (Westfalen) bzw. vor 1983 (Rheinland) |
 | 1981/83
bis 1992 |
 |
1993-2004 |
 | ab
2005 |

Abb.
1: Entwicklung des Datenbestandes von 1994-2000
Die
Ergebnisse der alten Kartierungen (Feldmann 1981,
Geiger & Niekisch
1983) werden nachrichtlich übernommen. Da seit Erscheinen der alten
Herpetofaunen eine Reihe von Daten gesammelt und z.T. auch publiziert
wurden, soll dieser Zeitraum in jedem Fall Berücksichtigung finden.
Soweit die Daten nicht ohnehin schon detailliert publiziert wurden,
sollten sie dem Arbeitskreis nach Möglichkeit zur Verfügung gestellt
werden. zurück
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Basis
der Arbeit ist die Fundpunktkartierung, die in das Fundort- und das
Biotopkataster der LÖBF eingespeist wird. Die Fundpunktkartierung ist
für autökologische Fragestellungen und Naturschutzbemühungen notwendig
und zugleich Vorrausetzung für die Zusammenarbeit mit der LÖBF.
Vollständigkeit bei der Erfassung von Fundpunkten wird, da ohnehin
unmöglich, nicht angestrebt.
Auf
den Erfassungsbögen für Fundorte muss der Kartierer mindestens die
folgenden Angaben vermerken:
-
seinen
Namen,
-
MTB-Nr.
= Nr. des Messtischblattes (TK 25 = Topographischen Karte 25) und
Quadrant,
-
eine
Ortsbezeichnung aus dem MTB,
-
Fundpunkt-Koordinaten
(s.u.) oder eine laufende Nummer,
-
Datum
oder Zeitraum der Beobachtungen und
-
bei
Amphibien die Funktion des
Fundpunktes: Laichplatz, Wanderung, Landhabitat oder Winterquartier,
sowie
-
selbstverständlich,
die nachgewiesenen Arten.
Zur
Ermittlung des Quadranten
werden in das Kartenbild des Messtischblattes die Seitenhalbierenden
eingezeichnet. Die Nummerierung der Quadranten erfolgt in Leserichtung:
Der NW-Teil ist Quadrant 1, der NO-Teil Quadrant 2, der SW-Teil Quadrant 3
und der SO-Teil Quadrant 4.
Die
Koordinatenerfassung, die für
die Fundortkartierung notwendig ist, kann auf dreierlei Art erfolgen:
 | Durchnumerieren
der Fundpunkte im MTB und Einschicken der Karte, |
 | Bestimmung
von Rechts- und Hochwerten im Gauß-Krüger-Raster oder |
 | Messen
der Entfernung des Fundpunktes in Millimeter vom linken und vom
unteren Blattrand des MTB. |
Nur
eine der drei Methoden ist
anzuwenden. Die sehr genaue Erfassung von Rechts- und Hochwerten ist vor
allem für diejenigen gedacht, die dieses Koordinatensystem
(Gauß-Krüger-Netz) seit langem verwenden. Für alle anderen empfehlen
wir das rasche und einfache Einmessen des Fundpunktes auf der Karte durch
Ermittlung der Millimeter vom linken und unteren Blattrand.
Alle
weiteren Angaben sind optional,
d.h. sie können, müssen aber nicht gemacht werden. Hierzu zählen
halbquantitative Daten, Angaben zum Lebensraum und weitere Einzelangaben
zu den Nachweisen. Wünschenswert sind bei Amphibien
auch Angaben zum Status sonstiger Nachweise (Adulte, Jungtiere, Larven,
Laichballen) und bei Reptilien
zur Reproduktion (Eier und Jungtiere).
Während
die qualitative Kartierung flächendeckend angestrebt wird, soll eine
Quantifizierung zumindest in repräsentativen Teilbereichen des Landes
erfolgen. Hierzu haben wir einfach zu handhabende fünfstufige
Größenklassen eingeführt, die nach dem in Tabelle 1 zusammengefassten
Schema anzuwenden sind. Die fünfstufigen Größenklassen sind ganz
bewusst in einer groben logarithmischen Verteilung gewählt worden. In der
Regel ist so eine Schätzung der Populationsgrößen möglich, ohne dass
die Fehler allzu gravierend werden. Nur hierdurch besteht Aussicht, von
möglichst vielen Mitarbeitern aus allen Landesteilen einigermaßen
vergleichbare Werte zu bekommen. Trotz ihrer Grobheit geht die Information
weit über den bloßen qualitativen Nachweis (Art ja oder nein) hinaus.
I.d.R.
ist nur jeweils eine Möglichkeit der Quantifizierung vorgegeben. So sind
bei den Braunfröschen Laichballen zu zählen, bei Geburtshelferkröten
ist die Anzahl der rufenden Tiere abzuschätzen usw. Eine Ausnahme machen
Feuersalamander, bei denen entweder Adulte oder Larven zur Quantifizierung
herangezogen werden, sowie Kreuzkröten und Wechselkröten, bei denen
entweder Laichschnüre oder rufende Tiere gezählt werden.
Noch
eine wichtige Anmerkung um Missverständnisse auszuräumen. Die
Größenklassen sind als Schätzwerte der realen Populationsgrößen zu
verstehen, nicht bloß der gesehenen oder gefangenen Tiere, Laichballen
etc.. Bei den Amphibien wird eine solche Schätzung bei guter Kenntnis der
Laichplätze in den meisten Fällen möglich sein. Bei den Reptilien ist
das ungleich schwerer, in vielen Fällen, insbesondere bei Schlangen,
praktisch unmöglich. In solchen Fällen sollte man besser die in den
Erfassungsbögen berücksichtigte Spalte "unbekannt" ankreuzen
und die reale Anzahl gefundener Tiere auf der Rückseite vermerken.
Tab.
1: Schema der Quantifizierung im Rahmen der Amphibien- und
Reptilienkartierung
Quantifizierung
|
Amphibien:
|
Reptilien:
|
Klasse
I
|
1
|
1
|
II
|
2
- 10
|
2
- 5
|
III
|
11
- 100
|
6
- 25
|
IV
|
101
- 1000
|
26
- 50
|
V
|
>
1000
|
>
50
|
Die
Quantifizierung erfolgt für:
|
Laichplätze
|
Fundpunkte
Abgrenzung
nach Lebensräumen: z.B. Waldlichtung, Bahndamm-Abschnitt,
Steinbruch
|
Der
Quantifizierung werden folgende Entwicklungsstadien zugrunde gelegt:
|
i.
d. R Adulte, sonst:
Larven:
Feuersalamander
Rufer:
Geburtshelferkröte,
Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte, Laubfrosch
Laichschnüre:
Kreuzkröte, Wechselkröte
Laichballen:
Moorfrosch, Springfrosch,
Grasfrosch
|
Adulte
und Jungtiere
|
In einigen Fällen lassen sich Populationen auch sehr viel exakter
ermitteln. Solche exakten Werte, seien es nun Grasfrosch-Laichballen,
Kreuzkröten-Laichschnüre, Gelbbauchunken oder rufende Laubfrösche sind
selbstverständlich erwünscht und sollten auf den Rückseiten der
Erfassungsbögen notiert werden.
Überaus
wünschenswert sind auch Angaben zum Habitat oder Lebensraum. Um solche
Angaben zu vereinfachen und landesweit zu vereinheitlichen, haben wir
Checklisten zum Ankreuzen in den Fundpunkt-Erfassungsbögen aufgenommen.
Sie sind weitgehend selbsterklärend und für Amphibien
und Reptilien nahezu gleich.
Checklisten
können nicht alle erdenklichen Lebensräume umfassen, doch lassen die
Erfassungsbögen genügend Platz für weitere Angaben.
Nur
hinter einigen Begriffen, die in den Checklisten verwendet wurden, stehen
besondere Definitionen, deren Kenntnis für ein richtiges Ausfüllen der
Fundpunkt-Erfassungsbögen erforderlich ist. Begriffe wie Abgrabung,
Ruderalflur, Halbtrockenrasen und Moor zählen sicherlich dazu:
 | Mit
Abgrabungen sind Kies-,
Sand- und Tongruben, Steinbrüche und andere Tagebaue gemeint. |
 | Ruderalfluren
sind Wildkraut- und Grasfluren auf gestörten Standorten, z.B. auf
Anschüttungen, an Weg- und Straßenrändern. Auch vegetationsarme Flächen,
die gerade erst von den ersten Pflanzen zurückerobert werden, zählen
hierzu. |
 | Halbtrockenrasen
sind kräuterreiche Grasfluren trockener bis wechseltrockener
Standorte auf Kalkgestein, seltener auch auf Silikatgestein, Sand und
Kies, die extensiv als Schafweide oder einschürige Wiese genutzt
werden oder aus einer solchen Beweidung hervorgegangen sind. |
 | Mit
Mooren sind Hoch- und
Zwischenmoore gemeint. Charakteristischerweise erkennt man Hochmoore an
den wassergetränkten Torfmoos- und Torfschichten. |
Auch
die Ansprache einiger Kleingewässertypen
setzt die Kenntnis ihrer Definition voraus. Unter den zahlreichen
Klassifizierungen für Kleingewässer haben wir uns für eine Typologie
entschieden, die auf den drei thermischen Kleingewässertypen im Sinne der
Pichlerschen Definitionen fußen. Pichler hat ursprünglich Lachen, Tümpel
und Weiher nach ihrer Tiefe, Wasserführung und Thermik unterschieden. In
der Praxis werden allerdings durch diese drei Typen nicht alle Möglichkeiten
abgedeckt. Insbesondere sind viele Kleingewässer quell- und
bachwasserbeeinflußt und fügen sich von daher kaum in dieses Schema.
Quell- und Bachstau, sowie Teich sind von daher zu ergänzen (z.B. Schlüpmann
1992). Auch empfiehlt sich die Differenzierung von Weihern und
Kleinweihern nach ihrer Größe. Die so erweiterte Klassifizierung (vergl.
Tab. 2) hat sich bei faunistischen Kartierungen in Westfalen bewährt.
Weitere
Differenzierungen ergeben sich durch Checklisten zur Nutzung der Gewässer,
zur Umgebung und zur Beschattung.
Tab.
2: Definitionen der wichtigsten Kleingewässer-Grundtypen (nach Schlüpmann
1992, verändert)
|
|
Lache
|
Tümpel
|
Kleinweiher
|
Weiher
|
Quellstau
|
Bachstau
|
Teich
|
Tiefe
|
5
- 30 cm
|
30
- 70 (120) cm
|
70
- 200 cm
|
100
- 500 cm
|
beliebig,
i.d.R. < 100 cm
|
beliebig,
i.d.R. <250 cm
|
|
Wasserführung
|
in
jedem Fall periodisch, trocknet häufig aus
|
nicht
in jedem Fall periodisch, trocknet zumindest in Dürreperioden aus
|
ausdauernd
|
stetiger
Quellwasserzufluss; ausdauernd, stetiger Abfluss
|
Anstau
eines Baches; ausdauernd, stetiger Abfluss, gelegentlich ablassbar
|
stetige
Zuleitung von einem Bach, ausdauernd, häufig ablassbar
|
Größe
|
beliebig,
i.d.R. <100 m²
|
beliebig,
i.d.R. <1000 m²
|
100
- 10000 m²
|
>10000
m²
|
beliebig,
i.d.R. <1000
m²
|
beliebig,
i.d.R. <10000 m²
|
Thermik
|
stündlich
Umschichtung möglich
|
tägliche
Umschichtung obligat
|
tägliche
bis häufige Umschichtung möglich
|
labile
sommerliche Sprungschicht, Umschichtung bei schlechtem Wetter
|
keine
Schichtung
|
bei
geringem Zufluss Schichtung möglich, i.d.R. keine Schichtung
|
Für
verschiedene biologische Fragestellungen ist es selbstverständlich wünschenswert,
detailliertere Beobachtungen zu erhalten. Wir würden es daher begrüßen,
wenn möglichst viele Mitarbeiter Einzelbeobachtungen am Fundpunkt mit
Datum versehen auf der Rückseite notieren würden: Vorgesehen sind hier
Spalten für quantitative Angaben, für Statusangaben und
Verhaltensbeobachtungen.
Zur
Datenverarbeitung wurde bis 1992 "HF 2000", eine Abwandlung des
Programms "FLOREIN", das bei der Bundesforschungsanstalt für
Naturschutz und Landschaftsökologie (BFANL) für die floristische
Kartierung Mitteleuropas entwickelt wurde, eingesetzt. Das Programm bietet
verschiedene Möglichkeiten der Datenerfassung, der Punkt- und
Rasterkartierung und der Darstellung. Auch Habitatparameter können erfasst
werden. Zu den Darstellungsmöglichkeiten zählen Fundpunkt- und
Rasterkarten auf Grundlage bereits programmierter Kartenschichten (z.B.
Flussnetz, Höhenschichten, Städte). Seit Anfang 2003 wird eine
Access-Datenbank eingesetzt, die es auch ermöglicht, die umfangreichen
gesammelten Daten über die Kartendarstellung hinaus auszuwerten. Mitarbeiter, die über einen PC verfügen,
können und sollten ihre Daten daher auch auf Datenträgern liefern. Die
Datenbank steht auf dieser Homepage zur Verfügung (siehe hier).
Viele
Bestandsaufnahme sind bereits durch bloße Beobachtungen möglich. Doch
ist der Einsatz bestimmter Fanggeräte und Hilfsmittel in vielen Fällen
sinnvoll.
Wer
quantitative oder halbquantitative Untersuchungen durchführt, ist auf den
Fang von Tieren angewiesen, ebenso derjenige, der sich mit problematischen
Arten oder z.B. der Rassenzugehörigkeit von Ringelnattern befasst. Auch
wer Zeichnungsmuster untersucht, Maße und Gewichte nehmen möchte oder
Schuppen z. B. von Schlangen zählt, wird die Tiere fangen müssen. Hierzu
im folgenden noch einige Tipps und Anregungen. Weitere Anregungen finden
Sie in besseren Fachbüchern. Wichtige praxisnahe Hinweise zum Fang und
zur Vermessung von Amphibien und Reptilien bietet auch der Aufsatz von Feldmann &
Klewen (1988).
Für
den Nachweis von Reptilien (insbesondere Schlangen) sind Ferngläser (besonders solche mit guter Naheinstellung) hilfreich. Geeignete
Habitate und Habitatstrukturen werden vor dem Betreten mit Hilfe des
Glases abgesucht.
Nachtexkursionen
mit Taschenlampen auch an Gewässern sind sehr zu empfehlen. Vielfach
gelingt hierdurch auch der Nachweis sonst nur schwer nachweisbarer Arten
und solcher die bei Tage übersehen wurden.
Geeignete
Kescher für den Fang von
Amphibien gibt es leider nicht zu kaufen. Man ist auf Eigenanfertigung
angewiesen. Ein Kescherrahmen kann entsprechend der Abbildung aus
Stahlrohr und Stahldraht gefertigt werden. Ein geeignetes Netztuch aus
Perlon oder Baumwolle (Maschenweite 4 - 5 mm) ist bei der Mechanischen
Netzfabrik W. Kremmin, Ammerländer Heerweg 189-207, 2900 Oldenburg zu
beziehen.
In
größeren Gewässern empfiehlt sich auch der Einsatz von Köderfischsenken,
die in Angelbedarfsgeschäften zu kaufen sind. Zu beachten ist eine
ausreichend kleine Maschenweite des Netztuches (für Molche und größere
Larven).
Abb.
2: Bauanleitung eines für den Amphibienfang geeigneten Kescher-Rahmens
Bei
Todfunden von Schlangen lohnt sich in jedem Fall die Konservierung
in 70%igem Isopropylalkohol; erhältlich im Chemikalienhandel oder in der
Apotheke. Die Tiere müssen zur inneren Konservierung auch mit dem Alkohol
gespritzt werden (alle 10 - 20 cm). Auch sonst ist die Konservierung von
Reptilien-Todfunden lohnend, aber auch von Todfunden seltener Amphibien
sowie nicht zuletzt Grün- oder Wasserfröschen. Die konservierten Tiere können
Sie dann bei einem der Treffen mitbringen. Auch Schlangenhäute sollten
Sie aufbewahren.
Im
Zusammenhang mit dem Fang von Tieren und der Aufbewahrung von Todfunden müssen
wir allerdings auf die Naturschutzgesetzgebung
verweisen. Bei den unteren Landschaftsbehörden sind für solche Tätigkeiten
Genehmigungen einzuholen. Der Arbeitskreis bietet seinen Mitarbeitern
hierzu weitergehende Informationen und unterstützt sie bei der
Beantragung solcher Genehmigungen.
Ein
Kartierungsprogramm, wie das hier beabsichtigte, kann biologische Daten zu
den einzelnen Arten nur begrenzt erfassen. Beabsichtigt ist aber nicht nur
die Erstellung eines Verbreitungsatlanten, sondern die Erarbeitung einer
aktuellen Herpetofauna, zu der auch eine Reihe spezieller biologischer
Aspekte gehören. Einige, die Beachtung verdienen seien hier in aller Kürze
angerissen. Von Interesse sind beispielsweise:
 | Langfristige
Bestandskontrollen (z.B. im Rahmen von Amphibienschutzmaßnahmen,
Laichballenzählungen u.a.), |
 | Populationsbiologische
Untersuchungen und Daten nicht zuletzt auch bislang vernachlässigter
Arten (z.B. Blindschleiche, Schlingnatter, Waldeidechse,
Geburtshelferkröte, Faden- und Bergmolch), |
 | Daten zu tages- und jahreszeitlichen
Rhythmen (Wanderung, Paarung,
Eiablage, Zeitigung u.a.), |
 | Angaben zur Überwinterung der Arten (wo, wie tief ?), |
 | Angaben zum Jahreslebensraum: bei Amphibien
z. B auch des
Landlebensraumes und |
 |
Maße, Gewichte, Zeichnungs- und Färbungsmuster. |
Ringelnatterfunde
sollten zur Unterscheidung der Rassenzugehörigkeit nach Möglichkeit
fotografisch dokumentiert werden (insbesondere Flanken der Körpermitte
und Kopf). In NRW sind 2 Unterarten (Rassen) verbreitet, im Osten die
Nominatform (Natrix natrix natrix), im Westen die Barrenringelnatter (Natrix
natrix helvetica), deren genaue Verbreitung noch unzureichend bekannt
ist. Auch treten, offensichtlich in weiten Bereichen des Landes,
Mischformen auf, die zwischen beiden Unterarten vermitteln. Die uns
dankenswerterweise von Hans-Peter Eckstein zur Verfügung gestellte Skizze
ist als Hilfestellung und Hinweis zur gezielten Untersuchung gedacht. Mit
B sind Ringelnattern-Mischformen, die mehr zur Nominatform, mit C solche,
die mehr zur Barren-Ringelnatter tendieren, gemeint.
Auch
Springfrosch-Nachweise außerhalb
der bekannten Verbreitung sind fotografisch zu dokumentieren. Das betrifft
alle Bereiche von NRW außerhalb der Niederrheinischen Bucht. Meldungen
von Springfröschen haben sich zu häufig als Falschmeldungen erwiesen.
Undokumentierte und unbestätigte Nachweise werden wir daher nicht berücksichtigen.
Fotos der Kopfregion, von oben und von der Seite (möglichst mit
Trommelfell) sind hier am sinnvollsten. Die sogenannte Fersenprobe ist
kein hinlängliches Merkmal. Bei solchen Springfroschnachweisen sollten
Sie sich nach Möglichkeit mit einer Person des Organisationsteams oder
anderen mit allen drei Braunfröschen vertrauten Herpetologen in
Verbindung setzen. Übersichtliche Bestimmungshilfen und -tabellen bieten
vor allem Nöllert & Nöllert (1992).
Die
Grün- oder Wasserfrösche
(Rana lessonae, R. ridibunda, R. kl.
esculenta) sind in Nordrhein-Westfalen noch völlig unzulänglich
untersucht. Akustische und
morphologische Differenzierungen sind in jedem Fall erwünscht
(vergleiche hierzu die Bestimmungsführer von Engelmann et al. 1993 und Nöllert
& Nöllert 1992 oder das Merkblatt des Niedersächsischen
Landesverwaltungsamtes: Eikhorst 1982). Eine solche Bestimmung ist aber
nicht fehlerfrei. Insbesondere beim Auftreten triploider Bastarde (Tiere
mit dreifachem Chromosomensatz) sind einwandfreie Determinationen nicht möglich.
Immerhin zeigt sich bei Serienuntersuchungen der Morphologie die relative
Häufigkeit der lessonae- und ridibunda-Chromosomensätze
im Untersuchungsgebiet. Wichtig und wünschenswert wären begleitende
Laboruntersuchungen. Unsere Anregung: Wer noch ein Thema für seine
Examens- oder Diplomarbeit sucht, könnte sich auch der
Wasserfrosch-Problematik zuwenden. Generell suchen wir zu diesem
Themenkomplex die Unterstützung zoologischer Institute.
Beobachtungen
von ausgesetzten Tieren, sowohl von heimischen als auch exotischen
Tieren häufen sich in den letzten Jahren. Soweit die Tiere nicht aus den
Tropen stammen und von daher keine Überlebenschance besitzen, sollten Sie
Funde und Vorkommen dokumentieren. Dazu zählen beispielsweise
Rotwangenschildkröten und andere Schmuckschildkröten, Feuerbauchmolche,
Ochsenfrösche, aber auch von Mauereidechsen, Gelbbauchunken und Laubfröschen
außerhalb ihrer bekannten Verbreitungsgebiete. Die Liste ließe sich
beliebig erweitern. Zwar sind die meisten Populationen ausgesetzter Tiere
auf Dauer nicht überlebensfähig, doch besteht immerhin bei verschiedenen
Arten eine potentielle Möglichkeit des Überlebens und der Ausbreitung. zurück
an den Seitenanfang
Art
und Umfang der Mitarbeit sind offen. Auch wer nur wenige Fundorte
bearbeiten und keine halbquantitativen Daten liefern möchte sollte sich
mit uns in Verbindung setzen.
Ebenen
der Mitarbeit
|
1.
Mitteilung auch von Einzelfunden,
|
2.
Erfassung einer beliebigen Auswahl von Fundorten,
|
3.
Erfassung des Artenspektrums von Messtischblatt-Quadranten,
|
4.
Halbquantitative Erfassung auf Probeflächen und
|
5.
Halbquantitative Erfassung auf Ebene der Messtischblatt-Quadranten
|
Bei
Rückfragen wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner:
Arbeitskreis
Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen
Martin
Schlüpmann, Hierseier Weg 18, 58119 Hagen-Hohenlimburg
Email:
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Arbeitskreis
Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen (1983): Anleitung zur
Erfassung der Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen. -
Recklinghausen, 20 S. Bitte
unbedingt beachten: Es werden nur noch Fundpunkt-Meldebögen verwendet.
Die Meldebögen für Messtischblatt-Quadranten werden nicht mehr
akzeptiert! Pdf-Datei
(565 kB) 
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Aktuelle
Kartierungsanleitung (März 2005)
als
Rundbrief Nr. 27 (Pdf-Datei
755 kB)

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