Beobachtungen und

Anfragen an den Arbeitskreis

letzte Aktualisierung: 29.01.2012

In dieser Rubrik werden Beobachtungen und Anfragen von allgemeineren Interesse veröffentlicht

h e r p e t o f a u n a ( e t ) i s h . d e

Inhalt:

1 Fehlpaarung und seltenes Zeichnungsmuster eines Seefrosches

2 Laichballen auf Baumstümpfen, Baumstubben etc.

1 Fehlpaarung und seltenes Zeichnungsmuster eines Seefrosches

Volker Brinkmann und Schüler (6. Jahrgangsstufe) seiner "AG Naturfotografie" an der Gesamtschule Troisdorf fanden am 06.03.2006 gegen 15.00 Uhr, an einem der raren einigermaßen warmen Märztage, eine Fehlpaarung von Grasfrosch-Männchen und einem Wasserfrosch-Weibchen (wegen der Größe sicher ein Seefrosch Rana ridibunda). 

Foto: Lisa Richter

Foto: Marco Schulten

Volker Brinkmann schreibt dazu: 

"Die Kinder meiner AG hatten die Tiere (anfangs ein Dreierknäuel) kurz zuvor im Schulteich auf unserem Schulgelände gesichtet (Gesamtschule Troisdorf, Am Bergeracker 31, 53842 Troisdorf), weil das Weibchen sich offenbar der doppelten Umklammerung zu erwehren suchte. Wir haben die Tiere daher mit dem Kescher herausgefischt, der zufällig zur Hand war, das bäuchlings klammernde Männchen entfernt (und wieder in den Teich gesetzt), das verbleibende "Paar" fotografiert und ebenfalls in den Teich zurück gesetzt. Die klammernden Männchen waren offenkundig Grasfrösche, aber das "gewaltige" Weibchen konnte ich nicht "unterbringen". Der Teich gehört zu unserem Schulgarten (umzäunt), ist ein gut 10 Jahre alter Folienteich von ca. 15 qm Fläche und einer Tiefe zwischen 60 bis 80 cm mit relativ kräftigem Bewuchs. Amphibien haben es in dem Teich wegen zahlreicher Goldfische sehr schwer. Da ich kein Biologielehrer bin, bin ich nur selten dort und kann daher über den amphibischen Artenbestand wenig sagen, außer, dass dort konstant einige Grünfrösche (m. E. Teichfrösche) überleben, die man auch rufen hört. Ihr Bestand dürfte unter 10 liegen. Grasfrösche habe ich auf unserem Gelände nur selten gesichtet. Wir werden nun aber die Verhältnisse genauer verfolgen (Laich etc.) und uns bei interessanten Befunden wieder melden. ...

Thomas Mutz schreibt zu der Färbung des Wasserfrosches

"dass diese starke Marmorierung zwar nicht allzu häufig vorkommt, sie kann aber manchmal bei heimischen Wasserfroschweibchen (Rana kl. esculenta) auftreten! Ich habe hier in den Rieselfeldern schon weibliche Wasserfrösche mit einer solchen Zeichnung gesehen."

Am 12. Mai schreibt mir Herr Brinkmann ergänzend

"Ich habe (zufällig genau) heute kurz den Schulteich besucht und dort mindestens zwei (offenbar sind es aber mehr) große Grünfrösche mit hellem Rückenstreifen gesichtet. Kurz danach riefen sie auch noch, so dass ich ziemlich sicher bin (inzwischen "bewaffnet" mit Ihren Bestimmungshilfen = Rundbrief 28, die sehr hilfreich sind), dass es Seefrösche waren."

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2 Laichballen auf Baumstümpfen, Baumstubben etc.

04.03.2007 H. K., Duisburg

Hallo Herr Schluepmann, habe heute bei meiner Fotosafari durch den Duisburger Wald auf einer umgestürzten Rotbuche Laichballen entdeckt. ... weiß ich nicht ob dieser Laich von Kröten oder Fröschen stammt. Mir kommt dieser Laichort doch ziemlich ungewöhnlich vor. Kröte oder Frosch muss zum Ablaichen mehrere Meter schräg den Baumstamm hinaufgekrochen sein und dann den Laich an verschiedenen Stellen auf Rinde und Moos abgelegt haben. Kommt so ein Verhalten häufiger vor und ist dieser Laich überhaupt überlebensfähig? Ich habe mehrere Fotos gemacht und schicke Ihnen eines davon schon mal zu.

Hallo Herr K., der Laich stammt vom Grasfrosch. Laich oder Laichreste findet man gar nicht so selten außerhalb des Laichplatzes. In der Regel sind das von Beutegreifern ausgespieene oder -gewürgte Reste aus den Eileitern der Weibchen, die zuvor gefressen wurden. Der Volkmund hat teilweise den Begriff "Meteorgallerte" oder "Sternenrotz" für solche für ihn unerklärliche Phänomene geprägt. Allerdings sind die meisten Eimassen stärker anverdaut, als das was auf dem Foto zu sehen ist. Möglicherweise ist ein Tier während des Ablaichens erbeutet worden und hat seine Eier dann verloren. M. Schlüpmann

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