
Rotwangenschildkröten
(Trachemys scripta elegans) wurden bis vor wenigen Jahren in
großer Zahl als fünfmarkstückgroße "Babyschildkröten" in
großer Anzahl an terraristisch unerfahrene Laien und Kinder verkauft.
Sind sie nicht bald eingegangen (dieses Schicksal ereilte der größte
Teil der Tiere) und wuchsen sie zu 20-28 cm Schildlänge heran, wurden sie
von den überforderten oder gleichgültigen Eignern "entsorgt". Sie gehören seitdem
neben Goldfischen und Stockenten zu den häufigsten Arten in
städtischen Parkteichen. Der unverantwortliche Massenhandel ist inzwischen
glücklicherweise eingeschränkt. Fotos: Raimund Kirschbaum.
An
die Stelle der Europäischen Sumpfschildkröten sind die
"Nordamerikaner" getreten. Überwiegend, aber keinesfalls immer,
sind es immer noch Rotwangen-Schildkröten (Trachemys scripta elegans
Wied, 1839).
In den letzten Jahren wurden aber verstärkt auch andere Unterarten,
insbesondere die Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta
troostii Holbrook, 1836), und Arten der Gattungen Trachemys
(Schmuckschildkröten) und Chrysemys (Zierschildkröten) gesichtet. In jedem Fall sollte
auf die genaue Artzugehörigkeit geachtet werden.
Die
Funde häufen sich in den Städten. Besonders in den Parkteichen gehören
sie heute fest zum "Inventar" und treten dort auch in größerer
Zahl auf. Fortpflanzungsnachweise liegen bislang nicht vor. An Häufigkeit
übertreffen ihre Nachweise seit mehr als 20 Jahren die der Sumpfschildkröten.
Manchmal, so in Hagen (Lange 1983, Schlüpmann, unveröff.), haben sie die
an den gleichen Gewässern noch vor 10-20 Jahren auftretenden Europäischen
Sumpfschildkröte ersetzt. Ein indirekter Hinweis darauf, dass auch die
Europäischen Sumpfschildkröten nicht heimisch waren.
