Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil IV - Ausgesetzte Arten und Neozoen

Nordamerikanische Schmuck- und Zierschildkröten

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

Rotwangenschildkröten (Trachemys scripta elegans) wurden bis vor wenigen Jahren in großer Zahl als fünfmarkstückgroße "Babyschildkröten" in großer Anzahl an terraristisch unerfahrene Laien und Kinder verkauft. Sind sie nicht bald eingegangen (dieses Schicksal ereilte der größte Teil der Tiere) und wuchsen sie zu 20-28 cm Schildlänge heran, wurden sie von den überforderten oder gleichgültigen Eignern "entsorgt". Sie gehören seitdem neben Goldfischen und Stockenten zu den häufigsten Arten in städtischen Parkteichen. Der unverantwortliche Massenhandel ist inzwischen glücklicherweise eingeschränkt. Fotos: Raimund Kirschbaum. 

An die Stelle der Europäischen Sumpfschildkröten sind die "Nordamerikaner" getreten. Überwiegend, aber keinesfalls immer, sind es immer noch Rotwangen-Schildkröten (Trachemys scripta elegans Wied, 1839). In den letzten Jahren  wurden aber verstärkt auch andere Unterarten, insbesondere die Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta troostii Holbrook, 1836), und Arten der Gattungen Trachemys (Schmuckschildkröten) und Chrysemys (Zierschildkröten) gesichtet. In jedem Fall sollte auf die genaue Artzugehörigkeit geachtet werden. 

Die Funde häufen sich in den Städten. Besonders in den Parkteichen gehören sie heute fest zum "Inventar" und treten dort auch in größerer Zahl auf. Fortpflanzungsnachweise liegen bislang nicht vor. An Häufigkeit übertreffen ihre Nachweise seit mehr als 20 Jahren die der Sumpfschildkröten. Manchmal, so in Hagen (Lange 1983, Schlüpmann, unveröff.), haben sie die an den gleichen Gewässern noch vor 10-20 Jahren auftretenden Europäischen Sumpfschildkröte ersetzt. Ein indirekter Hinweis darauf, dass auch die Europäischen Sumpfschildkröten nicht heimisch waren.

 

 

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