Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil III.2 - Die Reptilien: Schlangen

Schlingnatter (Coronella austriaca)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

 

Die folgenden Fotos zeigen eine Schlingnatter aus dem nördlichen Sauerland (Iserlohn-Letmathe 23.5.1997). Typisch ist die Doppelreihe versetzter Flecken auf dem Rücken, die oberflächlich betrachtet als Zickzackband gedeutet werden können. Foto: M. Schlüpmann.

Nach bisheriger Kenntnis ist die Schlingnatter in NRW sehr ungleichmäßig verbreitet, so in weiten Bereichen des Süderberglandes, des ostwestfälischen Berglandes, an der unteren Lippe, in der Eifel und dem Rur-Schwalm-Gebiet. Weite Bereiche des Münsterlandes, der niederrheinischen Bucht und des Niederrheinischen Tieflandes sind dagegen fundfrei.

Ihre Lebensräume teilt sie im wesentlichen mit Waldeidechsen und Blindschleichen, die ihre Nahrungsgrundlage darstellen: Waldlichtungen, Schonungen, Säume, Halbtrockenrasen, Heiden. Auch die Nähe des Menschen meidet sie prinzipiell nicht, wie Funde im Sauerland zeigen, wo wir ich sie mehrfach in Gärten in Waldrandlage nachweisen konnte.

 

Die Nackenzeichnung ist bei Schlingnattern sehr individuell ausgebildet. Die Schuppen sind ungekielt (Glattnatter). Fotos: Martin Schlüpmann.

Die Bauchseite der Schlingnatter ist häufig dunkel gefärbt. Die einreihigen Bauchschilder (Ventralia) sind von den Schwanzschildern (Doppelreihe) gut unterscheidbar (siehe rechtes Foto), dazwischen liegt die Kloakenöffnung. Fotos: Martin Schlüpmann

Lebensraum der Schlingnatter am Waldrand direkt hinter einer Schule in Iserlohn-Letmathe. Foto: M. Schlüpmann.

Für den Nachweis von Reptilien (insbesondere Schlangen) sind Ferngläser, besonders solche mit guter Naheinstellung hilfreich. Geeignete Habitate und Habitatstrukturen werden vor dem Betreten mit Hilfe des Glases abgesucht.  Gerade der Nachweis von Schlingnattern bleibt allerdings sehr zufallsabhängig, da die Art auch in Regionen einer mehr oder weniger geschlossenen Besiedlung, etwa weiten Bereichen des Sauerlandes nur in geringer Individuenzahl auftritt. Die Schlingnatter entzieht sich aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise nicht nur dem Nachweis, der zumeist zufällig erfolgt, auch sinnvolle biologische Untersuchungen zur Lebensweise sind ohne gewaltigen Zeitaufwand kaum denkbar. Durch die landesweite Zusammenarbeit vieler fachkundiger Personen kann das Wissen um die Art immerhin deutlich gemehrt werden. Hierfür ist gerade bei dieser Art eine genaue Protokollierung der Fundumstände (Uhrzeit, Verhalten) und Strukturen notwendig. Der Fundortmeldebogen des Arbeitskreises bietet hierzu die notwendigen Hilfestellungen. Wer Stellen kennt, an denen die Schlingnatter regelmäßig auftritt, kann dies zur Grundlage verschiedener Untersuchungen machen: Feststellung tages- und jahreszeitlicher Aktivitätsmuster, Auftreten von Jungtieren, Strukturpräferenzen, Geschlechterrelation u.a.

Zur Unterscheidung der Schlingnatter von der Kreuzotter siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden).