Die
folgenden Fotos zeigen eine Schlingnatter aus dem nördlichen Sauerland
(Iserlohn-Letmathe 23.5.1997). Typisch ist die Doppelreihe versetzter
Flecken auf dem Rücken, die oberflächlich betrachtet als Zickzackband
gedeutet werden können. Foto: M. Schlüpmann.
Nach bisheriger Kenntnis ist die Schlingnatter in
NRW sehr ungleichmäßig verbreitet, so in weiten Bereichen des
Süderberglandes,
des ostwestfälischen Berglandes, an der unteren Lippe, in der Eifel und
dem Rur-Schwalm-Gebiet. Weite Bereiche des Münsterlandes, der niederrheinischen
Bucht und des Niederrheinischen Tieflandes sind dagegen
fundfrei.

Ihre Lebensräume teilt sie im wesentlichen mit
Waldeidechsen und Blindschleichen, die ihre Nahrungsgrundlage darstellen:
Waldlichtungen, Schonungen, Säume, Halbtrockenrasen, Heiden. Auch die Nähe
des Menschen meidet sie prinzipiell nicht, wie Funde im Sauerland zeigen,
wo wir ich sie mehrfach in Gärten in Waldrandlage nachweisen konnte.

Die
Nackenzeichnung ist bei Schlingnattern sehr individuell ausgebildet. Die
Schuppen sind ungekielt (Glattnatter). Fotos:
Martin Schlüpmann.

Die
Bauchseite der Schlingnatter ist häufig dunkel gefärbt. Die
einreihigen Bauchschilder (Ventralia) sind von den Schwanzschildern
(Doppelreihe) gut unterscheidbar (siehe rechtes Foto), dazwischen liegt
die Kloakenöffnung. Fotos:
Martin Schlüpmann

Lebensraum
der Schlingnatter am Waldrand direkt hinter einer Schule in
Iserlohn-Letmathe. Foto: M. Schlüpmann.
Für den Nachweis von Reptilien (insbesondere
Schlangen) sind Ferngläser, besonders solche mit guter Naheinstellung
hilfreich. Geeignete Habitate und Habitatstrukturen werden vor dem
Betreten mit Hilfe des Glases abgesucht.
Gerade der Nachweis von Schlingnattern bleibt allerdings sehr
zufallsabhängig, da die Art auch in Regionen einer mehr oder weniger
geschlossenen Besiedlung, etwa weiten Bereichen des Sauerlandes nur in
geringer Individuenzahl auftritt. Die Schlingnatter entzieht sich aufgrund
ihrer heimlichen Lebensweise nicht nur dem Nachweis, der zumeist zufällig
erfolgt, auch sinnvolle biologische Untersuchungen zur Lebensweise sind
ohne gewaltigen Zeitaufwand kaum denkbar. Durch die landesweite
Zusammenarbeit vieler fachkundiger Personen kann das Wissen um die Art
immerhin deutlich gemehrt werden. Hierfür ist gerade bei dieser Art eine
genaue Protokollierung der Fundumstände (Uhrzeit, Verhalten) und
Strukturen notwendig. Der Fundortmeldebogen des Arbeitskreises bietet
hierzu die notwendigen Hilfestellungen. Wer Stellen kennt, an denen die
Schlingnatter regelmäßig auftritt, kann dies zur Grundlage verschiedener
Untersuchungen machen: Feststellung tages- und jahreszeitlicher Aktivitätsmuster,
Auftreten von Jungtieren, Strukturpräferenzen, Geschlechterrelation u.a.
Zur
Unterscheidung der Schlingnatter von der Kreuzotter siehe Rundbrief Nr. 28
April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier
laden).