
Ringelnatter
aus dem nördlichen Sauerland in Abwehrhaltung (Iserlohn-Letmathe
25.5.1993). Ringelnattern sind im allgemeinen an den gelblichen bis
weißlichen halbmondförmigen Flecken, die nach hinten von schwarzen
Flecken abgesetzt sind, gut erkennbar. Foto: M. Schlüpmann.
Die Ringelnatter ist in NRW weiter verbreitet als
die Schlingnatter. Zwar bestehen auch bei dieser Art große Fundlücken,
doch scheint es sich in weiten Bereichen des Sauer- und Münsterlandes
doch um Beobachtungslücken zu handeln. Inwieweit in NRW tatsächlich größere
Regionen unbesiedelt sind, etwa am Niederrhein ist bislang ungeklärt. Über
die Bestände ist im Grunde ebenso wenig bekannt wie über mögliche
Bestandstrends.

Die Rassenzugehörigkeit der Ringelnattern ist
bislang in weiten Bereichen des Landes noch nicht näher untersucht.
Ringelnatterfunde sollten nach Möglichkeit fotografisch dokumentiert
werden (insbesondere Flanken der Körpermitte und Kopf). Zur
Unterscheidung der Unterarten siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005
(Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier
laden). Daten liegen
bislang fast nur aus dem westlichen Westfalen (Fellenberg 1971, 1981,
Fellenberg & Rühmekorf 1974, Schlüpmann 1982) vor. Neuere Analysen
hat Eckstein (1993) veröffentlicht. Nach bisheriger Einschätzung müssen
vermutlich das gesamte Rheinland und weite Bereiche Westfalens dem Areal
der Barrenringelnatter (Natrix
natrix helvetica) zugerechnet werden. Im westlichen Westfalen lösen
sich die typischen Merkmale der Barrenringelnatter aber bereits auf. Reine
Barrenzeichnung ist hier bereits selten und es treten zunehmend Merkmale
der Nominatform Natrix natrix natrix
auf. Es sei aber betont das bislang alle neueren Funde der
Ringelnatter im NW-Sauerland noch der Barrenringelnatter zuzurechnen sind.



Junge
Ringelnatter, züngelnd, aus dem nördlichen Sauerland (Iserlohn-Letmathe 25.5.1993).
Foto: M. Schlüpmann.

Die
westliche Unterart, die Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica),
ist vor allem im Rheinland verbreitet. Im Bergischen Land und westlichen
Westfalen treten vor allem Mischformen mit der Nominatform (N. n.
natrix) auf. Dieses typisch gezeichnete Tier aus dem Siegerland wurde von W. Fellenberg zwischen Brachthausen und Kohlhagen gefunden (1970).
Foto: Hans Grünwald.

Zeichnungen
von Mischformen der beiden Unterarten (aus Schlüpmann 1982a), typisch
für Ringelnattern sind auch die gekielten Schuppen (zum Vergleich siehe
Schlingnatter). rechts:

Die
Bauchzeichnung der Ringelnatter ist sehr variabel. links: Zeichnung
aus Schlüpmann (1982a). rechts: Ringelnatter aus Hohenlimburg (Hagen
31.5.1997). Foto: M. Schlüpmann.
Die Ringelnatter tritt häufiger an und in Gewässern
auf, so auch an Fischteichen, Gartenteichen, Bächen u.a., wo sie mit
etwas Glück und einiger Kenntnis, ggf. unter Zuhilfenahme eines
Fernglases sonnend zu finden ist. Das Befragen von Garten- und
Fischteichbesitzern kann wertvolle Hinweise bieten. Die Tiere entfernen
sich aber auch sehr weit von den Gewässern.
Eiablageplätze sind nur vereinzelt bekannt
geworden (Lange & Schlüpmann 1983). Gärende Sägemehl- oder
Komposthaufen schaffen die notwendigen Temperatur- und Feuchtebedingungen
zur Zeitigung und ermöglichen ein Vorkommen auch in den unwirtlichen
Hochlagen des Sauerlandes. Angaben zum Substrat, zu Gelegegrößen u.a. wären
sehr wertvoll.