Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil III.1 - Die Reptilien: Echsen

Zauneidechse (Lacerta agilis)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

Zauneidechsen-Männchen. Foto: Raimund Kirschbaum.  Zauneidechsen-Weibchen (südl. von Paderborn 8.5.1997). Foto: Martin Schlüpmann.

Die Eizeitigung, die als Schlüsselfaktor der Verbreitung herausgestellt wurde (Nettmann & Rykena 1987), bestimmt offensichtlich auch die Verbreitung in NRW. So sind in den höheren Lagen bevorzugt die mikroklimatisch günstigeren Böden der Massenkalkzonen besiedelt. Möglicherweise ist unter dem Einfluss zunehmender Kontinentalität die Höhenverbreitung im Westen anders als im Osten Nordrhein-Westfalens. In den Mittelgebirgslagen ist sie aber heute in weiten Bereichen sehr selten. Häufungen sind dort entlang der Flusstäler und in den Kalkgebieten festgestellt worden. Höhenlagen über 300 m NN werden zumindest im Süderbergland weitgehend gemieden. Doch lagen 48% der Vorkommen im Kreis Olpe zwischen 300-390 m NN und ältere Mitteilungen lassen auf noch höher gelegene Fundorte schließen (Fellenberg 1983). Angaben zur Höhenverbreitung in NRW sind daher sehr erwünscht. Bei Höhenlagen über 200 m NN sollte die genaue Höhe des Fundortes vermerkt werden. 

Da für die Eiablage und -zeitigung auch das Substrat von erheblicher Bedeutung ist, sollten gerade bei der Zauneidechse Angaben zu den Bodenverhältnissen am Fundort notiert werden. Angaben, die über das im Formblatt Abgefragte hinausgehen, sind durchaus willkommen.

Eine populationsbiologische Untersuchung hat Glandt (1988) am Biologischen Institut Metelen durchgeführt. Dennoch sind weitere Untersuchungen erwünscht. Auch Einzeldaten zur Phänologie, z.B. zum jahres- und tageszeitlichen Auftreten verschiedener Verhaltensweisen (Paarung, Eiablage) und zu den Entwicklungsstadien (Eier, Schlupf, frisch geschlüpfte Jungtiere) sollten notiert werden. Von besonderem Interesse sind Beobachtungen zu Gelegen und zu den Eiablagesubstraten.

Lebensraum der Zauneidechse am Rande eines Kalksteinbruches (südl. von Paderborn 8.5.1997). Foto: M. Schlüpmann.

Teilgelege einer Zauneidechse im NSG Tester Berge nahe Dinslaken (Juni 1959).  Foto: Hans Grünwald.

In einigen Regionen weisen Zauneidechsen (und Waldeidechsen) einen starken Zeckenbefall auf. Bei gefangenen Tieren wäre es wünschenswert hierzu Daten zu sammeln (z.B. Anzahl) und gegebenenfalls Zecken zu konservieren. 

Zur Unterscheidung der drei heimischen Eidechsenarten (Wald-, Zaun- und Mauereidechse) siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden).

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