Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil III.1 - Die Reptilien: Echsen

Blindschleiche (Anguis fragilis)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

links: Blindschleiche aus einem alten Steinbruch bei Altenrüthen (Warstein, Kr. Soest 18.5.1997). Foto: Martin Schlüpmann; rechts: Weibchen in typischer Färbung: die Flanken sind dunkel vom Rücken abgesetzt (Brilon Hochsauerland 1970). Foto: Hans Grünwald.

Die Blindschleiche ist in ganz Nordrhein-Westfalen weit verbreitet. Die weißen Flächen in der Verbreitungskarte (Schlüpmann & Geiger 1998) sind sicher Beobachtungslücken. Dennoch muss mit z.T. deutlich unterschiedlichen Dichten gerechnet werden, worauf bereits Fellenberg (1981) aufmerksam gemacht hat. So wäre zu klären, ob ein Teil der Börden und der Senne ohne Vorkommen ist.

Der Nachweis gelingt durch Suche unter Steinen, Brettern, Heu u.a., durch Funde überfahrener Tiere ebenso wie durch Beobachtung sonnender Tiere. In lockerem Substrat vermögen sich Blindschleichen einzugraben. Jungtiere wurden gelegentlich in Maulwurfshaufen entdeckt (eigene Beobachtung). Hohe Luftfeuchtigkeit scheint die Aktivität zu fördern. Hierzu wären Daten erwünscht. Ziemlich regelmäßig werden Wegsäume, Waldlichtungen und -ränder, Gärten (besonders in Ortsrandlage), Wiesen u.a. besiedelt. 

Über die jahreszeitliche Aktivität, etwa die Fortpflanzungszeit (Paarung, trächtige Weibchen, Geburt) liegen nur wenig Daten vor. Populationsbiologische Untersuchungen fehlen völlig. Daten zu Maßen und Gewichten, Zeichnung und Färbung liegen ebenfalls nur aus wenigen Bereichen, etwa dem NW-Sauerland vor (Bußmann, unveröff.).

Männchen der Blindschleiche. Die Flanken sind oft nicht oder nur wenig abgesetzt (Hagen-Hohenlimburg 2002). Foto: M. Schlüpmann.

Das Tier zeigt an der Seite teilweise blaue Flecken, die wohl fast nur bei Männchen auftreten. Foto: M. Schlüpmann.

Paarung der Blindschleiche. Das Männchen hat das Weibchen am Kopf gepackt (Hagen-Hohenlimburg 5.5.2000). Foto: M. Schlüpmann.

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