
links:
Blindschleiche aus einem alten Steinbruch bei Altenrüthen (Warstein, Kr.
Soest 18.5.1997). Foto: Martin Schlüpmann; rechts: Weibchen in
typischer Färbung: die Flanken sind dunkel vom Rücken abgesetzt (Brilon
Hochsauerland 1970). Foto: Hans Grünwald.
Die
Blindschleiche ist in ganz Nordrhein-Westfalen weit verbreitet. Die weißen Flächen in
der Verbreitungskarte (Schlüpmann & Geiger
1998) sind sicher Beobachtungslücken. Dennoch muss
mit z.T. deutlich unterschiedlichen Dichten gerechnet werden, worauf
bereits Fellenberg (1981) aufmerksam gemacht hat. So wäre zu
klären, ob ein Teil der Börden und der Senne ohne Vorkommen ist.

Der
Nachweis gelingt durch Suche unter Steinen, Brettern, Heu u.a., durch
Funde überfahrener Tiere ebenso wie durch Beobachtung sonnender Tiere. In
lockerem Substrat vermögen sich Blindschleichen einzugraben. Jungtiere
wurden gelegentlich in Maulwurfshaufen entdeckt (eigene Beobachtung). Hohe
Luftfeuchtigkeit scheint die Aktivität zu fördern. Hierzu wären Daten
erwünscht. Ziemlich regelmäßig werden Wegsäume, Waldlichtungen und -ränder,
Gärten (besonders in Ortsrandlage), Wiesen u.a. besiedelt.
Über die
jahreszeitliche Aktivität, etwa die Fortpflanzungszeit (Paarung, trächtige
Weibchen, Geburt) liegen nur wenig Daten vor. Populationsbiologische
Untersuchungen fehlen völlig. Daten zu Maßen und Gewichten, Zeichnung
und Färbung liegen ebenfalls nur aus wenigen Bereichen, etwa dem
NW-Sauerland vor (Bußmann,
unveröff.).

Männchen
der Blindschleiche. Die Flanken sind oft nicht oder nur wenig abgesetzt
(Hagen-Hohenlimburg 2002). Foto: M. Schlüpmann.

Das
Tier zeigt an der Seite teilweise blaue Flecken, die wohl fast nur bei
Männchen auftreten. Foto: M. Schlüpmann.

Paarung
der Blindschleiche. Das Männchen hat das Weibchen am Kopf gepackt
(Hagen-Hohenlimburg 5.5.2000). Foto: M. Schlüpmann.