Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil II.2 - Die Amphibien: Froschlurche

Grasfrosch (Rana temporaria)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

Grasfrosch-Männchen aus Westfalen (Hagen, 2002). Foto: M. Schlüpmann;  rechts: Die Färbung der Grasfrösche ist ausgesprochen variabel. Schwarze Flecken sind bei Grasfröschen nicht selten (Beckum 1969). Foto: Hans Grünwald

Die Art ist in NRW flächendeckend verbreitet und tritt nur in den Börden mit ihrer Intensivlandwirtschaft und den Kernzonen der Ballungsräume zurück. 

Über die Art ist vergleichsweise viel bekannt. So sind wir über den Jahreslebenraum mit seinen Teilhabitaten recht gut informiert, selbst über die Überwinterung sind einige Erkenntnisse gewonnen worden (Schlüpmann 1981, Franzen 1988, Thiesmeier 1989, Schlüpmann & Günther 1996), doch bleiben hier viele Fragen offen.

Grasfrosch-Paarung, Eiablage und Laichballen (unten). Unterarme und Daumen mit Brunftschwielen (links und rechts). Tafel I aus A. J. Rösel von Rosenhof 1758

Repräsentative quantitative Daten liegen bislang noch in viel zu geringem Umfang vor (Schlüpmann 1988, 1991, Hildmann & Kronshage 1988). Die Bestände des Grasfrosches lassen sich über das Auszählen von Laichballen relativ gut und ausgesprochen effektiv erfassen. Aufgrund der großen Anzahl der Laichplätze im Land ist es nicht möglich auch nur annähernd alle Vorkommen zu registrieren. Repräsentative Untersuchungen, die Hochrechnungen ermöglichen, sind bei dieser Art aber in jedem Fall möglich und dringend notwendig. Auch lohnt sich das Auszählen von möglichst vieler Populationen über mehrere Jahre. Nehmen wir an, jeder Mitarbeiter unseres Arbeitskreises würde nur 2 Laichplätze über mehrere Jahre beobachten so, so käme nebenbei eine Stichprobe von 300-400 zustande.

Grasfrosch-Paar (NSG Neuer Hagen, Hochsauerland 1970). Foto: Hans Grünwald.

Alter metertiefer Bombentrichter in einem Erlenwald im nördlichen Sauerland). Hier lebt eine Population des Grasfrosches, die alljährlich 200-300 Laichballen absetzt (Hagen-Ost 2002). Foto: Martin Schlüpmann.

Grasfrosch-Laichballen sind je nach Höhenlage und Wetter von Mitte Februar bis Anfang April zu finden. Sie eigenen sich hervorragend zur Ermittlung des Bestandes (Hagen 2002). Fotos: M. Schlüpmann.

Sogenannte "Meteorgallerte". Grasfrösche haben viele Feinde. Besonders während der Laichzeit fallen viele Tiere Beutegreifern zum Opfer. Von den Weibchen bleiben oft nur die ungelegten Eier zurück (Hagen 2002). Foto: M. Schlüpmann.

Zur Unterscheidung der drei Braunfrösche (Gras-, Moor- und Springfrosch) siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden).

Ausführlicher Text zum Grasfrosch in Deutschland hier online abrufbar: 

Schlüpmann, M., Schulze, M. & Meyer, F. (2004): 9.20 Rana temporaria (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E. & Ssymank, A. (Bearb.): Das Europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 – Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. – Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Bonn 69 Bd. 2: 165-173. Und online im Internet: URL: http://www.herpetofauna-nrw.de/PDF/Rana_temporaria_Schriftenreihe_fuer_Landschaftspflege_und_Naturschutz_Bonn_69_Bd._2_(2004).pdf (Herpetofauna Nordrhein-Westfalen) pdf: 51 kB

Weitere interessante Fotos zum Verhalten des Grasfrosches während der Laichzeit gibt es auf der Homepage der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet: http://www.bswr.de/ 

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