Grasfrosch-Männchen
aus Westfalen (Hagen, 2002). Foto: M. Schlüpmann; rechts: Die
Färbung der Grasfrösche ist ausgesprochen variabel. Schwarze Flecken
sind bei Grasfröschen nicht selten (Beckum 1969). Foto: Hans Grünwald
Die
Art ist in NRW flächendeckend verbreitet und tritt nur in den Börden mit
ihrer Intensivlandwirtschaft und den Kernzonen der Ballungsräume zurück.

Über die Art ist vergleichsweise viel bekannt. So sind wir über den
Jahreslebenraum mit seinen Teilhabitaten recht gut informiert, selbst über
die Überwinterung sind einige Erkenntnisse gewonnen worden (Schlüpmann
1981, Franzen 1988, Thiesmeier 1989, Schlüpmann & Günther 1996), doch bleiben hier viele Fragen offen.

Grasfrosch-Paarung, Eiablage und Laichballen (unten). Unterarme und Daumen
mit Brunftschwielen (links und rechts). Tafel I aus A. J. Rösel
von Rosenhof 1758
Repräsentative
quantitative Daten liegen bislang noch in viel zu geringem Umfang vor (Schlüpmann 1988, 1991, Hildmann &
Kronshage 1988). Die Bestände des
Grasfrosches lassen sich über das Auszählen von Laichballen relativ gut
und ausgesprochen effektiv erfassen. Aufgrund der großen Anzahl der
Laichplätze im Land ist es nicht möglich auch nur annähernd alle
Vorkommen zu registrieren. Repräsentative Untersuchungen, die
Hochrechnungen ermöglichen, sind bei dieser Art aber in jedem Fall möglich
und dringend notwendig. Auch lohnt sich das Auszählen von möglichst
vieler Populationen über mehrere Jahre. Nehmen wir an, jeder Mitarbeiter
unseres Arbeitskreises würde nur 2 Laichplätze über mehrere Jahre
beobachten so, so käme nebenbei eine Stichprobe von 300-400 zustande.

Grasfrosch-Paar
(NSG Neuer Hagen, Hochsauerland 1970). Foto: Hans Grünwald.

Alter
metertiefer Bombentrichter in einem Erlenwald im nördlichen Sauerland).
Hier lebt eine Population des Grasfrosches, die alljährlich 200-300
Laichballen absetzt (Hagen-Ost 2002). Foto: Martin Schlüpmann.

Grasfrosch-Laichballen
sind je nach Höhenlage und Wetter von Mitte Februar bis Anfang April zu
finden. Sie eigenen sich hervorragend zur Ermittlung des Bestandes (Hagen
2002). Fotos: M. Schlüpmann.

Sogenannte
"Meteorgallerte". Grasfrösche haben viele Feinde. Besonders
während der Laichzeit fallen viele Tiere Beutegreifern zum Opfer. Von den
Weibchen bleiben oft nur die ungelegten Eier zurück (Hagen 2002). Foto: M. Schlüpmann.
Zur
Unterscheidung der drei Braunfrösche (Gras-, Moor- und Springfrosch)
siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier
laden).
Ausführlicher
Text zum Grasfrosch in Deutschland hier online abrufbar:
Schlüpmann,
M., Schulze, M. & Meyer, F. (2004): 9.20 Rana temporaria
(Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P.,
Schröder, E. & Ssymank, A. (Bearb.): Das Europäische
Schutzgebietssystem Natura 2000 – Ökologie und Verbreitung von Arten
der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. – Schriftenreihe
für Landschaftspflege und Naturschutz, Bonn 69 Bd. 2: 165-173. Und online
im Internet: URL: http://www.herpetofauna-nrw.de/PDF/Rana_temporaria_Schriftenreihe_fuer_Landschaftspflege_und_Naturschutz_Bonn_69_Bd._2_(2004).pdf
(Herpetofauna Nordrhein-Westfalen) pdf: 51 kB
Weitere
interessante Fotos zum Verhalten des Grasfrosches während der Laichzeit
gibt es auf der Homepage der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet: http://www.bswr.de/