Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil II.2 - Die Amphibien: Froschlurche

Moorfrosch (Rana arvalis)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

 

Die meisten Moorfrösche zeigen einen hellen Streifen auf dem Rücken (links), es treten aber nicht selten auch Tiere ganz ohne diesen Streifen auf (rechts: Jungtier). Fotos: M. Schlüpmann.

Aus dem nördlichen Rheinland und den Niederungen Westfalens sind nur noch wenige Vorkommen bekannt. In Westfalen liegen die meisten Vorkommen im westlichen Münsterland und im Mindener Flachland. Südlich der Lippe sind nur sehr wenige Vorkommen bekannt geworden. Lebensräume sind in NRW vor allem die Moorrandbereiche, Zwischen- und Niedermoore, anmooriges Grünland in den Niederungen, während die Art in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein weitaus größeres Spektrum an Habitaten besiedelt.

Moorfrosch von der Unterseite. Rechts: Kopfseite. Beachte das kleine Trommelfell und die Schnauzenspitze. Fotos: M. Schlüpmann.

 

Links: Die Laichballen ähneln denen des Grasfrosches, sind aber kleiner. Rechts: Abgestorbene und bereits verpilzte Laichballen. Foto: M. Schlüpmann.

Auch bei dieser Art sollten nach Möglichkeit alle Funde und Vorkommen registriert werden. Regelmäßige quantitative Kontrollen der Laichplätze sind notwendig und am einfachsten über das Auszählen der Laichballen Ende März bis Mitte April zu erreichen. Besonders ungestreifte Tiere können Anlass zu Verwechselungen mit den anderen beiden Braunfröschen bieten.

Dank verschiedener Untersuchungen am Biologischen Institut Metelen sind wir über Gefährdung, Habitatansprüche, Lebensweise und Populationsbiologie dieser Art vergleichsweise gut informiert (Büchs 1987a,b, Hartung 1991), was aber nicht heißen soll, dass diese Aspekte keiner Beachtung mehr bedürfen.

In den ohnehin gering gepufferten und sauren oligo- und dystrophen Gewässern kommt es durch SO2-Immissionen zu einer weiteren Versauerung. Bei pH-Werten unter 4,3 sterben die Embryonen in den Eiern ab, was durch die Schimmelpilze schnell sichtbar wird. Es muss allerdings betont werden, dass nicht alle Laichverpilzungen auf pH-Wert-Erniedrigungen zurückzuführen sind.

Zur Unterscheidung der drei Braunfrösche (Gras-, Moor- und Springfrosch) siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden).

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