Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil II.2 - Die Amphibien: Froschlurche

Kreuzkröte (Bufo calamita)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

Kreuzkröten aus der Soester Börde, man beachte den schwefelgelben Strich auf dem Kreuz (Name!); links das Tier sondert deutlich erkennbar weißliche Drüsensekrete ab (1998), rechts 2 Tiere, die unter einem Blech saßen (19.6.1999) Fotos: Martin Schlüpmann.

Die höheren Lagen von NRW sind nicht besiedelt. In den Randzonen der Mittelgebirgsregionen liegen die höchsten Vorkommen. Nur sehr wenige Nachweise sind aus dem Süderbergland bekannt (Belz 1982, Schlüpmann 1984, 1995).

Die Kreuzkröten lassen sich anhand der rufenden Männchen und anhand abgelegter Laichschnüre relativ gut erfassen und ihre Populationsstärken relativ gut abschätzen. Als typischer Pionierbesiedler lebt die Kreuzkröte an vielen Standorten nur über einen begrenzten Zeitraum, schafft aber selbst im dichtbesiedelten Ballungsraum immer wieder die Besiedlung neuer Industriebrachen und Bergehalden, die neben Abgrabungsflächen aller Art (Kiesgruben, Ziegeleien, Steinbrüche) zu den wichtigsten Lebensräumen zählen. Ein Verbreitungsschwerpunkt ist heute das Ruhrgebiet und das Rheintal (Klewen 1988, Kordges et al. 1989, Kronshage et al. 1994, Schlüpmann & Geiger 1998 u.a.).

Kreuzkröte graben sich in lockerem Boden ein, hier ein Tier das unter einer Steinplatte eine Höhlung gegraben hatte (Steinbruch bei Warstein 1997). Foto: Martin Schlüpmann.

Kreuzkröten-Paar im Laichplatz (Duisburg, Mai 2004). Foto: Martin Schlüpmann.

 

links: Laichschnüre der Kreuzkröte, hier ausnahmsweuise zwischen Pflanzen, liegen zumeist auf dem Boden (Veltheim bei Porta Westfalica, Kr. Minden 3.6.2002). rechts: Die Kreuzkröte laicht in temporären Flachgewässern (Wasserlachen). Hier besteht stets die Gefahr der Austrocknung. Reste der Laichschnüre (Eier) sind auf der Schlammkruste deutlich erkennbar (Sandsteinbruch nördl. Warburg-Wrexen, Kr. Höxter (15.6.1997). Fotos: Martin Schlüpmann.

links: frisch geschlüpfte Kreuzkröten-Larven auf überflutetenen Blättern des Wolfstrapp (bei Soest, 3.6.2000); links: die flachen Pfützen werden oft von einer großen Anzahl Larven besiedelt (Kalksteinbruch östl. Warstein 31.5.1997). Fotos: Martin Schlüpmann.

Die Kauquappen entwickeln sich in 4-6 Wochen und die jungen Kreuzkröten verlassen das Wasser als wenige mm große Jungkröten (Oberhausen, Juli 2003). Foto: Martin Schlüpmann

Mehrere Populationsstudien aus NRW liegen vor (Niekisch 1982, Sauer 1988).

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