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Erdkröten-Paar, man beachte das im Vergleich zum Männchen große
Weibchen (Feuerlöschteich im Arnsberger Wald nahe Himmelpforten 17.3.91). Rechts: Die meterlangen Laichschnüre werden überwiegend im
flachen Wasser (0-50 cm) der Ufer von Teichen und Weihern um Äste und
Pflanzenstängeln gewickelt (Teich bei Endorferhütte 29.4.95). Man
beachte, dass im allgemeinen 2 Eireihen in einer Gallertschnur liegen.
Fotos: Hans Grünwald.
Wohl
über keine andere Art sind in den letzten Jahren so viele Daten gesammelt
worden wie über wandernde Erdkröten. Demgemäss hat auch die Anzahl der
Publikationen geradezu inflationsartig zugenommen. Über die Phänologie
der Erdkrötenwanderung ist daher einiges bekannt, deren biologische
Interpretation lässt aber durchweg zu wünschen übrig. Angesichts der
Vielzahl an kontrollierten Straßenabschnitten sollte es eigentlich möglich
sein, einige die Wanderung bestimmende und beeinflussende Faktoren genauer
zu untersuchen. Das Datenmaterial bietet sich geradezu für statistische
Analysen an. Trotz des immensen Wissenszuwachses bleibt also noch Stoff für
angehende Biologen und für wissenschaftlich orientierte Naturschützer
und Arbeitsgruppen. Von großem Interesse sind die Daten, die an Straßenabschnitten
über viele Jahre gesammelt wurden und werden (z.B. Münch 1992,
Loos
1992), aber auch regionale Vergleiche des Wandergeschehens (Feldmann &
Geiger 1987). Nur vergleichsweise wenige Daten liegen über andere
Lebensabschnitte der Erdkröte, z.B. dem Schlüpfen der Larven und dem
Landgang ihrer Jungtiere vor. Besonders auch bei Populationen die bei
ihrer Frühjahrswanderung erfasst wurden, wären solche biologischen Daten
von Interesse.

Laichplatz
beachtlicher Erdkröten- und Grasfrosch-Populationen. Hier leben aber auch
Berg-, Faden- und Teichmolch (Hagen-Ost 2002). Foto: Martin Schlüpmann.

Erdkröten
werden bei der Laichwanderung im Frühjahr (z. T. auch im Herbst) auf
Straßen und Wegen oftmals in großen Mengen überfahren.
Amphibienschutzanlagen mit Zäunen, Leiteinrichtungen und Tunnelanlagen
(Foto rechts) können hier teilweise Abhilfe schaffen (18.8.2000:
Kreuztal-Littfeld). Fotos: Martin
Schlüpmann.

Erdkröte
mit Befall von Maden der Kröten-Schmeißfliege (Lucilia bufonivora).
Die Fliegen legen ihre Eier auf den Kopf. Die Maden dringen über die
Nasenöffnung ein und fressen das Tier auf. Ein grausamer, aber
natürlicher Tod. Die geweiteten (ausgefressenen) Nasenöffnungen sind
deutlich zu sehen (Horn-Bad Meinberg, Kr. Lippe 17.08.1997).

Sehr
wenig ist über die Lebensweise im Sommerhalbjahr und in der Winterphase
bekannt. Funde in den Sommerlebensräumen (z.B. Schlüpmann 1982) und
Winterquartiernachweise verdienen im Rahmen unserer Kartierung daher
besondere Beachtung und sollten in jedem Fall notiert und mitgeteilt
werden.