Der
Fadenmolch erreicht bei uns seine nördliche Arealgrenze. Während er im
Bergland weit verbreitet und nicht selten ist, fehlt er in den westfälischen
Niederungen. Einige Ausnahmen sind in den letzten Jahren bestätigt
worden. Ein räumlich stark isoliertes Areal liegt an der unteren Lippe im
Grenzgebiet des Rheinlandes und Westfalens (von Bülow 1996). In der
niederrheinischen Bucht und dem niederrheinischen Tiefland sind dagegen
verschiedene Vorkommen bekannt, darunter ein isoliertes Vorkommen bei
Kleve.
Schwanzspitze
und Hinterfüße von Faden- und Teichmolch-Männchen; Mitte: Fotos des
Schwanzes mit Schwanzfaden. Rechts: Hinterfüße eines Männchens mit den
typischen dunklen Schwimmhäuten (Hagen, Mai 2002). Fotos M. Schlüpmann.
Fadenmolch-Männchen;
darunter eine Weibchen; rechts Fotos des Schwanzes und der Hinterfüße
(Hagen, Mai 2002). Fotos M. Schlüpmann.
Fadenmolch-Weibchen
(Hagen, Mai 2002). Man beachte im Vergleich mit dem Teichmolch-Weibchen
den fast ungefleckten, gelben (goldglänzenden) Bauch und die ungefleckte,
fleischfarbene Kehle. Fotos M. Schlüpmann.

Wie
kaum eine andere Art zeigt der Fadenmolch eine z.T. sehr scharfe
Verbreitungsgrenze, deren exakte Kartierung Teil des Projektes ist. Auch
hier ist der Wissensstand im westfälischen Landesteil bis heute größer
als im rheinischen. Da insbesondere die Unterscheidung von Teich- und
Fadenmolchweibchen auf erhebliche Schwierigkeiten stößt, wurde im Rahmen
der bisherigen Treffen und Exkursionen auf die diesbezügliche Schulung
der Mitarbeiter größter Wert gelegt. Für den Ungeübten gilt: Im
Zweifelsfall sollte solange gekeschert werden, bis Männchen des
Fadenmolches gefangen werden.
Hier
in einem von Quellen gespeisten Altwasserarm der unteren Lenne lebte in
den 70er und 80er Jahren ein Massenvorkommen der Fadenmolche. In den
letzten Jahren sind verstärkt Fische eingedrungen und haben den Bestand
reduziert (Hagen März 2002). Foto: Martin Schlüpmann.

Bauchseite
von 3 Fadenmolch-Weibchen. Fotos: Martin Schlüpmann.
Abgesehen
von der Arbeit von Blab & Blab (1981) und Angaben in Schlüpmann
et
al. (1996) fehlen bislang populationsbiologische Untersuchungen in NRW völlig.
Da die Tiere individuell nur schlecht auseinander zuhalten sind, sind längerfristige
Studien leider nur begrenzt möglich.
Zur
Unterscheidung von Fadenmolch- und Teichmolch-Weibchen siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005
(Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB
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