Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil II.1 - Die Amphibien: Schwanzlurche (Urodela)

Fadenmolch (Triturus helveticus)

Martin Schlüpmann

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

 

Der Fadenmolch erreicht bei uns seine nördliche Arealgrenze. Während er im Bergland weit verbreitet und nicht selten ist, fehlt er in den westfälischen Niederungen. Einige Ausnahmen sind in den letzten Jahren bestätigt worden. Ein räumlich stark isoliertes Areal liegt an der unteren Lippe im Grenzgebiet des Rheinlandes und Westfalens (von Bülow 1996). In der niederrheinischen Bucht und dem niederrheinischen Tiefland sind dagegen verschiedene Vorkommen bekannt, darunter ein isoliertes Vorkommen bei Kleve. 

Schwanzspitze und Hinterfüße von Faden- und Teichmolch-Männchen; Mitte: Fotos des Schwanzes mit Schwanzfaden. Rechts: Hinterfüße eines Männchens mit den typischen dunklen Schwimmhäuten (Hagen, Mai 2002). Fotos M. Schlüpmann.

   

Fadenmolch-Männchen; darunter eine Weibchen; rechts Fotos des Schwanzes und der Hinterfüße (Hagen, Mai 2002). Fotos M. Schlüpmann.

    

Fadenmolch-Weibchen (Hagen, Mai 2002). Man beachte im Vergleich mit dem Teichmolch-Weibchen den fast ungefleckten, gelben (goldglänzenden) Bauch und die ungefleckte, fleischfarbene Kehle. Fotos M. Schlüpmann.

Wie kaum eine andere Art zeigt der Fadenmolch eine z.T. sehr scharfe Verbreitungsgrenze, deren exakte Kartierung Teil des Projektes ist. Auch hier ist der Wissensstand im westfälischen Landesteil bis heute größer als im rheinischen. Da insbesondere die Unterscheidung von Teich- und Fadenmolchweibchen auf erhebliche Schwierigkeiten stößt, wurde im Rahmen der bisherigen Treffen und Exkursionen auf die diesbezügliche Schulung der Mitarbeiter größter Wert gelegt. Für den Ungeübten gilt: Im Zweifelsfall sollte solange gekeschert werden, bis Männchen des Fadenmolches gefangen werden.

 

Hier in einem von Quellen gespeisten Altwasserarm der unteren Lenne lebte in den 70er und 80er Jahren ein Massenvorkommen der Fadenmolche. In den letzten Jahren sind verstärkt Fische eingedrungen und haben den Bestand reduziert (Hagen März 2002). Foto: Martin Schlüpmann.

     

Bauchseite von 3 Fadenmolch-Weibchen. Fotos: Martin Schlüpmann. 

Abgesehen von der Arbeit von Blab & Blab (1981) und Angaben in Schlüpmann et al. (1996) fehlen bislang populationsbiologische Untersuchungen in NRW völlig. Da die Tiere individuell nur schlecht auseinander zuhalten sind, sind längerfristige Studien leider nur begrenzt möglich.

Zur Unterscheidung von Fadenmolch- und Teichmolch-Weibchen siehe Rundbrief Nr. 28 April 2005 (Bestimmungshilfen: Pdf-Datei 3120 kB hier laden).

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