Die Amphibien und Reptilien in Nordrhein-Westfalen

Teil II.1 - Die Amphibien: Schwanzlurche (Urodela)

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

letzte Aktualisierung: 24.01.2009

 

Larven des Feuersalamanders sind fast ganzjährig, schwerpunktmäßig von März bis September, in Quellbächen nachzuweisen. Doch werden stehende Gewässer nicht gänzlich gemieden. In den Quellbächen sind die Larven mit relativ geringem Aufwand nachzuweisen und ihre Häufigkeit abzuschätzen. Jungtiere und Adulte sind von Februar an zu finden. Laubwaldgebiete vor allem in Bachnähe, aber auch Wiesen und Gärten in Waldnähe zählen zum Jahreslebensraum. Tagsüber halten sich die Feuersalamander unter Steinen und Altholz oder Kleinsäugerbauten verborgen. An regnerischen Tagen sind sie manchmal auch tagsüber anzutreffen, ansonsten können abendliche Exkursionen lohnend sein. Im Bergland lohnen Kontrollen der Bergwerk- und Mutungsstollen im Winterhalbjahr. Feuersalamander sind in den feuchten und gleichmäßig temperierten Stollen regelmäßige Überwinterer.

Feuersalamander aus dem Sauerland (Hagen-Hohenlimburg). In Nordrhein-Westfalen lebt die westliche Unterart, der fleckenstreifige Feuersalamander. Man beachte im Porträt die großen Drüsenöffnungen der Ohrparotiden.

Während der Feuersalamander im Hügel- und Bergland weit verbreitet ist, sind aus planaren Regionen häufig nur noch isolierte Vorkommen bekannt (z.B. Wollbecker Tiergarten bei Münster). Deren Beobachtung und Erfassung ist von überragender Bedeutung. Erhebliche Wissenslücken zur Verbreitung und zum Bestand bestehen derzeit vor allem im niederrheinischen Tiefland.

Feuersalamanderlarve im natürlichen Lebensraum (Bergbach des Sauerlandes). Beachten Sie die hellgelben Flecken an den Hinterbeinwurzeln, mit denen die Larven eindeutig von anderen Schwanzlurchlarven zu unterscheiden sind. Foto: M. Schlüpmann.

Typischer Feuersalamander-Lebensraum in einem Rotbuchenwald (Luzulo-Fagetum) des Nordsauerlandes. Im Quellbach werden zumeist im März oder April die Larven abgesetzt (Hagen, Reher Heide 2002). Fotos: M. Schlüpmann.

Über den Feuersalamander liegen aus NRW mehrere Populationsstudien vor, die unser Wissen über die Lebensweise und Ökologie maßgeblich erweitert haben und sich, da sie unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt haben, zu einem relativ umfassenden Bild ergänzen: Feldmann (1987) untersuchte 21 Jahre lang 2 sauerländische Winterquartiere in Bergwerkstollen, Klewen (1983) untersuchte über mehrere Jahre im Rahmen seiner Staatsexamensarbeit die Ökologie und Lebensweise einer sommeraktiven Population im Paderborner Raum und Thiesmeier-Hornberg (1987) erforschte für seine Dissertation schwerpunktmäßig die Larvenökologie einer Population im Bergischen Land (vergl. auch Thiesmeier 1991, Thiesmeier & Schumacher 1990). Eine weitere Arbeit zur Larvenökologie mit deutlichem Anwendungsbezug steuerte Pastors (1993) bei.

Im März und der ersten Aprilhälfte werden Feuersalamander, insbesondere der Weibchen, die das Wasser zum Absetzen der Larven aufsuchen, manchmal Opfer der des Klammerreflexes der Grasfrosch-Männchen. Dabei ertrinken die Feuersalamander nicht selten (Hagen 2002). Foto: M. Schlüpmann.

Der Feuersalamander tritt bei uns in der westlichen Unterart (S. s. terrestris) auf. Aus verschiedenen westfälischen Regionen liegen Farbkleidanalysen vor (Feldmann & Klewen in Feldmann 1981). Besonders aus dem Rheinland wären solche Analysen in Verbindung mit morphometrischen Untersuchungen wünschenswert. Z.Zt. laufen an der Universität Köln genetische Untersuchungen zum Feuersalamander.

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