Larven
des Feuersalamanders sind fast ganzjährig, schwerpunktmäßig von März
bis September, in Quellbächen nachzuweisen. Doch werden stehende Gewässer
nicht gänzlich gemieden. In den Quellbächen sind die Larven mit relativ
geringem Aufwand nachzuweisen und ihre Häufigkeit abzuschätzen.
Jungtiere und Adulte sind von Februar an zu finden. Laubwaldgebiete vor
allem in Bachnähe, aber auch Wiesen und Gärten in Waldnähe zählen zum
Jahreslebensraum. Tagsüber halten sich die Feuersalamander unter Steinen
und Altholz oder Kleinsäugerbauten verborgen. An regnerischen Tagen sind
sie manchmal auch tagsüber anzutreffen, ansonsten können abendliche
Exkursionen lohnend sein. Im Bergland lohnen Kontrollen der Bergwerk- und
Mutungsstollen im Winterhalbjahr. Feuersalamander sind in den feuchten und
gleichmäßig temperierten Stollen regelmäßige Überwinterer.

Feuersalamander aus dem Sauerland (Hagen-Hohenlimburg). In
Nordrhein-Westfalen lebt die westliche Unterart, der fleckenstreifige
Feuersalamander. Man beachte im Porträt die großen Drüsenöffnungen der
Ohrparotiden.
Während
der Feuersalamander im Hügel- und Bergland weit verbreitet ist, sind aus
planaren Regionen häufig nur noch isolierte Vorkommen bekannt (z.B.
Wollbecker Tiergarten bei Münster). Deren Beobachtung und Erfassung ist
von überragender Bedeutung. Erhebliche Wissenslücken zur Verbreitung und
zum Bestand bestehen derzeit vor allem im niederrheinischen Tiefland.

Feuersalamanderlarve
im natürlichen Lebensraum (Bergbach des Sauerlandes). Beachten Sie die
hellgelben Flecken an den Hinterbeinwurzeln, mit denen die Larven
eindeutig von anderen Schwanzlurchlarven zu unterscheiden sind. Foto: M.
Schlüpmann.

Typischer
Feuersalamander-Lebensraum in einem Rotbuchenwald (Luzulo-Fagetum) des
Nordsauerlandes. Im Quellbach werden zumeist im März oder April die
Larven abgesetzt (Hagen, Reher Heide 2002). Fotos: M. Schlüpmann.
Über
den Feuersalamander liegen aus NRW mehrere Populationsstudien vor, die
unser Wissen über die Lebensweise und Ökologie maßgeblich erweitert
haben und sich, da sie unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt haben, zu
einem relativ umfassenden Bild ergänzen: Feldmann (1987) untersuchte 21
Jahre lang 2 sauerländische Winterquartiere in Bergwerkstollen, Klewen
(1983) untersuchte über mehrere Jahre im Rahmen seiner
Staatsexamensarbeit die Ökologie und Lebensweise einer sommeraktiven
Population im Paderborner Raum und Thiesmeier-Hornberg (1987) erforschte für
seine Dissertation schwerpunktmäßig die Larvenökologie einer Population
im Bergischen Land (vergl. auch Thiesmeier 1991, Thiesmeier & Schumacher 1990). Eine weitere Arbeit zur Larvenökologie mit deutlichem
Anwendungsbezug steuerte Pastors (1993) bei.

Im
März und der ersten Aprilhälfte werden Feuersalamander, insbesondere der
Weibchen, die das Wasser zum Absetzen der Larven aufsuchen, manchmal Opfer der des Klammerreflexes der Grasfrosch-Männchen. Dabei ertrinken
die Feuersalamander nicht selten (Hagen 2002). Foto: M. Schlüpmann.
Der
Feuersalamander tritt bei uns in der westlichen Unterart (S. s. terrestris) auf. Aus verschiedenen westfälischen Regionen
liegen Farbkleidanalysen vor (Feldmann &
Klewen in Feldmann 1981).
Besonders aus dem Rheinland wären solche Analysen in Verbindung mit
morphometrischen Untersuchungen wünschenswert. Z.Zt. laufen an der
Universität Köln genetische Untersuchungen zum Feuersalamander.