Internationales Symposium: 

Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea)

– Biologie und Schutz

10 Jahre nach einem deutsch- und englischsprachigen „Doppelsymposium“ über den Laubfrosch in Potsdam soll in Metelen bilanziert werden, was zwischenzeitlich an Forschungsergebnissen zu Ökologie, Verhalten, Physiologie, Populationsgenetik und Freilandbiologie des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) angefallen ist und wie diese Kenntnisse für den Schutz der Art eingesetzt werden können. Maßnahmen zum Habitat- und Populationsmanagement einschließlich künstliche (Wieder-)Ansiedlungen sollen deshalb im Vordergrund stehen. Tagungssprache ist vornehmlich deutsch, doch können auch einige englischsprachige Beiträge präsentiert werden. Am Samstag, den 24. August ist eine Halbtagsexkursion in ein bedeutendes Laubfroschgebiet des nördlichen Münsterlandes vorgesehen. Es ist beabsichtigt, die Tagungsergebnisse in einem Symposiumsband zu veröffentlichen.

Wann: 23.-25. August 2002 (Freitag–Sonntag)

Wo: Biologisches Institut Metelen

Teilnehmer: Zoologen, Herpetologen, ehrenamtlicher Naturschutz, Vertreter von Naturschutzbehörden und Planungsbüros, weitere Interessierte

Kosten: 60 EURO (Mitarbeiter von Behörden, Planungsbüros, Biol. Stationen, Hochschulinstituten etc.); 40 EURO (Ehrenamtlicher Naturschutz, Studenten u.a.)

Anmeldung: erforderlich bis 8. August 2002

Leitung: Dr. Dieter Glandt, Dipl.-Geogr. Andreas Kronshage (Biologisches Institut Metelen)

Informationen und Anmeldung: Biologisches Institut Metelen e.V., Samberg 65, D-48629 Metelen; Tel.: 02556/996970 (Frau Orszechowski), Fax: 02556/996971; Email; Internet: www.bioinstitutmetelen.de  

Übernachtungsmöglichkeiten sind in der Gemeinde Metelen vorhanden. Informationen hierzu sind erhältlich bei: Tourist-Information Metelen (Frau Schmies), Tel. 02556/8922, Fax 02556/8944 e-mail: gemeinde.metelen@t-online.de Internet: www.metelen.de

Wir empfehlen aufgrund der großen Nachfrage eine baldige Zimmerreservierung bis zum 31.7.2002!

So finden Sie das Biologische Institut:

ANFAHRTSKIZZE: siehe im Internet unter www.bioinstitutmetelen.de

Mit dem Kraftfahrzeug: Ab der Abzweigung von der B 70 (Richtung Vogelpark) ist der Weg zum Institut mit weißen Schildern ausgewiesen.

Mit der Bahn: Bahnlinie Münster-Enschede bis Bahnhof Metelen-Land, von dort ca. 2 km Fußweg durch die landschaftlich reizvolle Metelener Heide.

 

Programm

 

Freitag, den 23. August 2002

9.00 Uhr Begrüßung und Einführung in das Symposium - Dr. Dieter Glandt (Leiter des Biologischen Instituts Metelen e.V./Bundesweite Artenschutzschule)

9.10 Uhr Organisatorisches - Dipl.-Geogr. Andreas Kronshage (Wiss.-Päd. Mitarbeiter, Artenschutzschule)

Verbreitung, Systematik, Ökologie, Physiologie

Moderation: Dieter Glandt

9.20 Uhr Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) - Taxonomie, Verbreitung, Verhalten - Prof. Dr. Hans Schneider, Institut für Zoologie, Universität Bonn

9.50 Uhr Diskussion

10.05 Uhr Energetische Kosten des Rufens beim Laubfrosch: Einfluß auf Anwesenheit am Laichgewässer und Schätzungen der Populationsgröße - PD Dr. Ulmar Grafe, Theodor-Boveri-Institut, Universität Würzburg

10.25 Uhr Diskussion

10.35 Uhr bis 10.55 Uhr: K a f f e e p a u s e

10.55 Uhr Untersuchungen zur Ökologie des Laubfrosches (Hyla arborea) im Sommerhabitat in der Elster -Luppe-Aue zwischen Leipzig und Halle: Wanderungen, Sitzwarten, Gefährdung, Schutz - PD Dr. Wolf-Rüdiger Grosse, Institut für Zoologie, Universität Halle

11.15 Uhr Diskussion

11.25 Uhr Wasserstandsdynamik in der mittleren Oberrheinebene als beeinflussender Faktor auf das Fortpflanzungsverhalten des Laubfrosches (Hyla arborea) - Hans-Jörg Flottmann, St.Wendel & Hubert Laufer, Offenburg

11.45 Uhr Diskussion

11.55 Uhr Langzeitstudie Laubfrosch am Schmiechener See (Württemberg) 1977-2002: Bestandsentwicklung, Bestandsdeterminanten, Habitate und Effizienz von Pflegemaßnahmen - Dr. Joachim Kuhn, Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, Seewiesen

12.15 Uhr Diskussion

12.25 Uhr bis 13.40 Uhr: M i t t a g s p a u s e

Übergreifende Schutzkonzepte

Moderation: Andreas Kronshage

13.40 Uhr Das Artenhilfsprogramm Laubfrosch im Artenschutzprogramm NRW Rückblick, Umsetzungsstand, Ausblick - Arno Geiger, Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW, Recklinghausen

14.10 Uhr Diskussion

14.25 Uhr Innovative Ansätze bei der Umsetzung eines Artenschutzkonzeptes Laubfrosch im Münsterland - Dipl.-Biol. Michael Steven & Dipl.-Landschaftsökol. Christian Göcking, NABU-Naturschutzstation Münsterland, Münster

14.45 Uhr Diskussion

14.55 Uhr Der niederländische "Beschermingsplan Boomkikker": Rettung der Restpopulationen durch weitreichende Schutzmaßnahmen - Drs. Roland Zollinger, Stichting RAVON, Nijmegen/NL

15.15 Uhr Diskussion

15.25 Uhr bis 15.45 Uhr: K a f f e e p a u s e

Moderation: Arno Geiger

15.45 Uhr Das E+E-Projekt "Weiträumige Vernetzung von Rotbauchunken- und Laubfrosch-Populationen zwischen den Biosphärenreservaten Schaalsee und Elbe" - Wolfgang Kniep, E+E-Projekt Amphibiennetzwerk, Hagenow

16.05 Uhr Diskussion

16.15 Uhr Naturschutz mit der Landwirtschaft mittels Flächenstilllegung - Profitiert der Laubfrosch davon? - Dr. Gert Berger, Thorsten Schönbrodt & Holger Pfeffer, ZALF, Müncheberg

16.35 Uhr Diskussion

16.45 Uhr Vorführung von Kurzfilmen durch Prof. Dr. Hans Schneider zum Verhalten von Mittelmeer-Laubfröschen (Hyla meridionalis)

ab 18.00 Uhr G r i l l a b e n d auf der Terrasse der Artenschutzschule 

Samstag, den 24. August 2002

Effizienz regionaler und lokaler Schutzmaßnahmen

Moderation: Joachim Kuhn

9.15 Uhr Die erfolgreiche Renaturierung alter Laubfrosch-Gewässer auf der Insel Bornholm über 15 Jahre Finn Hansen, Bornholm/DK

9.35 Uhr Diskussion

9.45 Uhr Das "Schlatt-Programm" der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz - Ein Beitrag zur Sicherung und Entwicklung der Laubfrosch-Populationen - Jan Kanzelmeier & Dr. Markus Richter, Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, Diepholz

10.15 Uhr Diskussion

10.30 Uhr bis 10.50 Uhr: K a f f e e p a u s e

Moderation: Andreas Kronshage

10.50 Uhr Erfolgreicher Amphibienschutz im Feuchtgrünland, unter besonderer Berücksichtigung einer großen Laubfroschpopulation im nördlichen Münsterland - Dr. Dieter Glandt, Biologisches Institut Metelen e.V., Metelen

11.20 Uhr Diskussion

11.30 Uhr Erfahrungen im Artenschutzprojekt "Laubfrosch im Westerwald" in 10 Jahren Projektarbeit - Dipl.-Geogr. Elmar Schmidt, Eitorf

11.55 Uhr Diskussion

12.05 Uhr Sekundärlebensräume als Basis für den Aufbau eines Laubfrosch-Biotopverbundsystems im Main-Kinzig-Kreis (Hessen), Erfahrungen und Perspektiven - Dipl.-Biol. Marianne Demuth-Birkert, Linsengericht

12.25 Uhr Diskussion

13.05 Uhr bis 14.15 Uhr: M i t t a g s p a u s e , anschließend

Exkursionen

EXKURSION A:

Dauer: 14.15 Uhr bis gegen 17.00 Uhr

NSG Strönfeld, Metelen

Leitung: Dr. Dieter Glandt (Biologisches Institut Metelen e. V.) und Dipl.-Biol. Robert Tüllinghoff (Biologische Station Kreis Steinfurt e.V.)

Es wird ein ca. 250 ha großes Feuchtwiesenschutzgebiet bei Metelen aufgesucht, das seit Mitte der 1980er Jahre als NSG ausgewiesen ist und in welchem in vorbildlicher Weise Grünland-, Vogel- und Kleingewässerschutz betrieben werden. Das Gebiet war bis dahin weitgehend umgebrochen, und die meisten Gewässer waren verkippt. Durch Wiedereinsaat von Grünland, Wiedervernässung vieler Flächen und Neuanlage zahlreicher "Blänken" ( = flache, meist temporäre Kleingewässer im Grünland) konnte das Gebiet ökologisch-naturschützerisch stark aufgewertet werden. Es beherbergt derzeit sechs Amphibienarten: Teichmolch, Bergmolch, Grasfrosch, "Wasserfrösche", Laubfrosch, Erdkröte. Die Laubfroschpopulation mit mehr als 170 Rufern (Saison 2001) gehört zu den größten des nördlichen Münsterlandes. Im Sommer suchen die Tiere (Adulti und diesjährige Jungtiere) sonnenexponierte Gebüsche auf, insbesondere Brombeeren (Rubus fruticosus agg.), auf denen sie sehr gut beobachtbar sind. In diesem Gebiet finden auch die Untersuchungen des Biologischen Instituts Metelen zur Ökologie/Biologie des Laubfrosches statt (vgl. Vortrag Glandt, Sa., 10.50 Uhr).

Ausrüstung: Stiefel, wetterfeste Kleidung

EXKURSION B:

Dauer: 14.15 Uhr bis gegen 19.00 Uhr

Nordkreis Coesfeld, Baumberge

Leitung: Elmar Meier, Nottuln

Es werden vier Flächen mit typischen Lebensräumen des Laubfrosches im Kernmünsterland vorgestellt. Problematisiert werden dabei unterschiedliche Ansätze im Artenschutz: zum einen zielartenorientierte Maßnahmen (mit eingriffsähnlichem Charakter) und zum andern schonende Landschaftsentwicklung durch extensive Beweidung. Bei den Biotopen handelt es sich zum Teil um alte, selten gewordene Kulturlandschaften (z.B. ist ein sog. "Wölbacker" zu sehen). In einem Falle handelt es sich um eine Tonabgrabung. Die Vorkommen umfassen Rufergemeinschaften mit zwischen 50 und mehr als 100 Rufern.

Ausrüstung: lange Hosen und Stiefel

Für beide Exkursionen gilt: Es werden Fahrgemeinschaften mit Privat-PKW gebildet. 

Sonntag, den 25. August 2002

Effizienz regionaler und lokaler Schutzmaßnahmen (Fortsetzung)

Moderation: Wolf-Rüdiger Grosse

9.15 Uhr Hochwasserschutz am Rhein als Instrumentarium für den Amphibienschutz am Beispiel des Laubfrosches (Hyla arborea) - Hubert Laufer, Büro für Landschaftsökologie Laufer, Offenburg

9.30 Uhr Diskussion

9.45 Uhr Der Laubfrosch im Alpenrheintal - Habitate, Gefährdung, Förderung - Dr. Jonas Barandun, Naturmuseum St. Gallen, St. Gallen/CH

10.05 Uhr Diskussion

10.15 Uhr Ergebnisse des Pro Natura-Programmes "Laubfrosch" im Aargauer Reusstal - Dr. Urs Tester, Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz, Basel/CH

10.30 Uhr Diskussion

10.40 Uhr bis 11.00 Uhr: K a f f e e p a u s e

Künstliche Wiederansiedlungen

Moderation: Dieter Glandt

11.00 Uhr Entwicklung zweier Laubfroschpopulationen in 20 Jahren nach einer gelungenen Wiederansiedlung im Landkreis Celle - Hans-Joachim Clausnitzer, Eschede

11.20 Uhr Diskussion

11.30 Uhr Wiederansiedlung des Laubfrosches im Landkreis Rotenburg (Wümme) - Bilanz nach 17 Jahren - Ludger Hellbernd, Stiftung Naturschutz Landkreis Rotenburg/Wümme

11.45 Uhr Diskussion

11.55 Uhr Tagungsende Schlußwort und Verabschiedung - Dr. Dieter Glandt, BIM


POSTERBEITRÄGE

(Stand 13. Juni 2002. Es können noch weitere Poster angemeldet werden!)


Characterization of Tree Frog calling ponds in western Switzerland. - Jerome Pellet, Laboratory for Conservation Biology, Institute of Ecology, Dorigny/CH

Einfluß der Nahrungsverfügbarkeit auf Anwesenheit am Laichgewässer. - Ivonne Meuche, Gerbrunn

Abhängigkeit großer stabiler Laubfroschpopulationen von der Art der
Teichbewirtschaftung - erste Annäherung. - Ulrike Geise, Geise & Partner, Prosselsheim

Laubfroschprojekt Saanetal - Vernetzungskonzept zwischen zwei bestehenden
Populationen, erste Resultate. - Silvia Zumbach, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH)

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